Ab dem 1. November 2025 führt Amazon zusätzliche Bearbeitungsgebühren für bestimmte Rücksendungen ein. Betroffen sind zunächst Produkte aus den Kategorien Rucksäcke und Handtaschen, sofern diese eine besonders hohe Rücksenderate aufweisen. Dies hat Amazon im Forum angekündigt.
So funktioniert das Gebührenmodell
- Berechnung der Retourenrate: Anteil der verkauften Einheiten eines Produkts, die innerhalb von drei Monaten zurückgesendet werden.
- Beispiel: Bei 1.000 verkauften Einheiten und 250 Retouren im Dreimonatszeitraum ergibt sich eine Rate von 25 %.
- Schwellenwert: Für Rucksäcke liegt der Grenzwert bei 19,97 %. Ab Überschreitung wird die Gebühr fällig.
Höhe der Gebühren
- Bekleidung, Accessoires, Schuhe: 50 % der ursprünglichen Versandkosten werden pro Retoureneinheit als Gebühr berechnet.
- Andere Kategorien: Berechnung erfolgt anhand des Paketmaßes.
Ziel der Maßnahme
Amazon begründet die neuen Gebühren mit dem hohen logistischen Aufwand durch Rücksendungen. Durch die Maßnahme will das Unternehmen Händler:innen anspornen, ihre Produktdarstellungen und Qualitätskontrollen zu verbessern, um unnötige Retouren zu vermeiden.
Reaktionen aus der Seller-Community
Im SellerCentral-Forum zeigen sich viele Händler:innen besorgt:
- Kostenbelastung: Kleine Händler fürchten deutliche Margeneinbußen.
- Transparenz: Unklarheit darüber, wie die Schwellenwerte zustande kommen.
- Fairness: Einige Händler kritisieren, dass sie für kundenseitige Fehlentscheidungen zahlen müssen.
Fazit
Mit den neuen Rücksendegebühren verschärft Amazon seine Kostenkontrolle im Fulfillment. Für Händler:innen bedeutet das: noch mehr Fokus auf Produktqualität, präzise Beschreibungen und Erwartungsmanagement, um Retourenquoten zu senken.

