Amazon hat ein neues Pilotprogramm für virtuelle Multipacks gestartet. Damit erstellt die Plattform automatisiert Mehrfachangebote für bestimmte FBA-Produkte – ohne dass Händler:innen diese vorher selbst angelegt haben. Wie MyAmazonGuy und ChannelX berichten, ist das Programm zunächst auf ausgewählte FBA-Marken-ASINs in den USA beschränkt. Ein internationaler Rollout bleibt möglich – abhängig davon, wie Händler:innen und Kunden die virtuellen Multipacks annehmen.
Was sind virtuelle Multipacks?
- Definition: Mehrere Einheiten derselben ASIN werden zu einem Multipack gebündelt und als neue SKU/ASIN gelistet.
- Unterschied zu Bundles: Während Bundles verschiedene Produkte kombinieren können, enthalten Multipacks nur identische Artikel.
- Automatisierung: Amazon erstellt diese Angebote eigenständig für Produkte mit hoher Nachfrage und Mehrfachkäufen.
Die neuen Multipacks erscheinen als Variante auf der Produktdetailseite und tragen das Präfix „VMP“ in der Lagerverwaltung. Händler:innen können Preis, Titel, Bilder und Beschreibungen anpassen – nicht jedoch die Packungsgröße.
Ablauf des Pilotprojekts
- Erstellung automatisierter Multipack-Angebote bis 26. September 2025.
- Verkaufsstart der ersten Angebote ab 13. Oktober 2025.
- Teilnahme derzeit ausschließlich für FBA-Marken-ASINs, keine manuelle Anmeldung möglich.
Chancen für Händler
- Mehr Sichtbarkeit: Multipacks können zusätzliche Platzierungen im Amazon-Suchergebnis schaffen.
- Umsatzpotenzial: Käufer, die ohnehin mehrere Stücke bestellen würden, greifen eher direkt zum Multipack.
- Kostenoptimierung: Versand- und Verpackungskosten pro Einheit könnten sinken.
Bedenken und Risiken
- Kontrollverlust: Händler:innen bestimmen nicht selbst, ob ein Multipack erstellt wird.
- Zusatzkosten: Gebühren und FBA-Kosten könnten für Multipacks höher ausfallen, während Margen unter Druck geraten .
- Fehlende Flexibilität: Packungsgrößen sind nicht anpassbar. Händler:innen können also nicht selbst strategisch entscheiden, welche Mengen sinnvoll sind.
- Rechtliche Aspekte: Bei Änderungen von Titel oder Bildern müssen Händler:innen sicherstellen, dass alle Pflichtangaben weiterhin korrekt sind.
Fazit
Mit den virtuellen Multipacks testet Amazon ein weiteres Instrument, um den Absatz zu steigern und Kund:innen komfortablere Kaufoptionen zu bieten. Für Händler:innen eröffnen sich Chancen auf mehr Umsatz – gleichzeitig wächst jedoch die Sorge vor Mehrkosten und weniger Autonomie. Sollte das Pilotprogramm erfolgreich verlaufen, ist ein internationaler Rollout wahrscheinlich.

