MediaMarktSaturn setzt in den kommenden Jahren verstärkt auf sein Marktplatzgeschäft. Nach der aktuellen Unternehmensstrategie soll das Bruttowarenvolumen (GMV) des Online-Marktplatzes bis zum Geschäftsjahr 2028/2029 von derzeit rund 800 Millionen Euro auf 1,9 Milliarden Euro wachsen. Damit würde sich das über den Marktplatz abgewickelte Handelsvolumen innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppeln.
Marktplatz wird zum zentralen Wachstumstreiber
Im Rahmen seiner neuen Unternehmensstrategie hat die Ceconomy-Gruppe die Ausbaupläne für MediaMarkt und Saturn vorgestellt. Während der Konzern für den Gesamtumsatz bis 2029 lediglich ein moderates Wachstum erwartet, soll insbesondere das Marktplatzgeschäft deutlich stärker zulegen.
Im Geschäftsjahr 2025/2026 erzielte der Marktplatz nach Unternehmensangaben ein Bruttowarenvolumen von rund 800 Millionen Euro. Bis zum Geschäftsjahr 2028/2029 soll dieser Wert auf etwa 1,9 Milliarden Euro steigen.
Der Konzern reagiert damit auf den zunehmenden Wettbewerb im Elektronikhandel und baut sein Plattformmodell konsequent weiter aus.
Neue Kategorien und internationale Expansion
Um das angestrebte Wachstum zu erreichen, plant MediaMarktSaturn mehrere Maßnahmen. Ein wichtiger Schritt ist die Ausweitung des Marktplatzes auf weitere Länder. Noch in diesem Jahr soll der Marketplace auch in Ungarn starten.
Gleichzeitig will das Unternehmen das Sortiment deutlich erweitern. Neben zusätzlichen Händlern und einer größeren Anzahl an Produkten sollen auch neue Warengruppen integriert werden. Geplant sind unter anderem die Kategorien:
- Haustierbedarf
- Mobilität
- Energie
- Gesundheit & Sport
- Baby & Kinder
Mit der Erweiterung entwickelt sich der Marktplatz zunehmend über das klassische Elektroniksortiment hinaus.
Umsatz wächst nur moderat
Während der Marketplace deutlich zulegen soll, fällt die Prognose für den Gesamtumsatz vergleichsweise zurückhaltend aus. Im Geschäftsjahr 2025/2026 erwirtschaftete MediaMarktSaturn einen Umsatz von 23,2 Milliarden Euro. Bis 2028/2029 rechnet der Konzern mit einem Anstieg auf rund 24 Milliarden Euro.
Als Grund nennt das Unternehmen den intensiveren Wettbewerb im Handel, unter anderem durch internationale Plattformen und Online-Marktplätze.
Verbessern möchte MediaMarktSaturn dagegen die Profitabilität. Die EBIT-Marge soll von aktuell 2,2 Prozent auf 3,3 Prozent steigen. Das operative Ergebnis würde damit von rund 500 Millionen auf etwa 800 Millionen Euro wachsen.
Keine neuen Ziele für den Online-Umsatz
Auffällig ist, dass die neue Unternehmensstrategie erstmals keine konkreten Zielwerte für den E-Commerce-Umsatz enthält. In den vergangenen Jahren hatte MediaMarktSaturn regelmäßig Prognosen zur Entwicklung seiner Online-Verkäufe veröffentlicht.
Stattdessen rückt nun das Plattformgeschäft stärker in den Mittelpunkt. Der Ausbau des Marktplatzes gilt als einer der wichtigsten Wachstumsschwerpunkte der kommenden Jahre.
Quelle: ecommercenews.eu , 13. Juli 2026

