Snocks hat die insolvente Modemarke Les Lunes übernommen und setzt damit seine Buy-and-Build-Strategie fort. Dies bestätigt Snocks Co-CEO Johannes Kliesch gegenüber dem Handelsblatt. Das Mannheimer E-Commerce-Unternehmen will die stark von Social Media geprägte Marke operativ stabilisieren und profitabel weiterentwickeln. Die Übernahme erfolgte wenige Wochen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens, wie Snocks Co-CEO Johannes Kliesch gegenüber dem Handelsblatt bestätigte.
Vom Social-Media-Erfolg zur Insolvenz
Les Lunes erzielte zeitweise Umsätze von knapp 30 Millionen Euro, erlitt jedoch aufgrund steigender Marketingkosten, hoher Retouren und wirtschaftlicher Fehlsteuerungen einen drastischen Umsatzrückgang auf rund 13 Millionen Euro. Unbezahlte Influencer-Rechnungen und der Insolvenzantrag im November 2025 verdeutlichen die Krise – ein Muster, das viele D2C-Marken betrifft.
Effizienz und Integration als Erfolgsfaktoren
Snocks, ursprünglich als Amazon-Sockenmarke gestartet, verfolgt ein robustes Geschäftsmodell mit strikter Kostenkontrolle, Multi-Channel-Vertrieb und datenbasiertem Sortiment. Die Übernahme von Oceansapart im Jahr 2024, ebenfalls aus der Insolvenz heraus, zeigt, dass Snocks defizitäre Marken erfolgreich sanieren kann. Bei Les Lunes wurden bisher acht Mitarbeiter übernommen, deutlich weniger als die 36 vor der Insolvenz.
Marktbereinigung und nachhaltiges Wachstum
Der Influencer-Commerce befindet sich im Umbruch: Steigende Zinsen, Werbekosten und verändertes Konsumverhalten setzen viele Marken unter Druck. Für finanziell stabile Unternehmen wie Snocks bieten Übernahmen insolventer Wettbewerber eine strategische Wachstumsoption. Les Lunes bringt weiterhin Reichweite, Markenbekanntheit und eine definierte Zielgruppe mit, die Snocks effizienter monetarisieren möchte.
Herausforderungen und Perspektiven
Die größte Herausforderung ist der Wiederaufbau von Vertrauen bei Influencern, Partnern und Kund:innen. Snocks plant, Les Lunes durch klare Sortimentspositionierung, effizientes Marketing und behutsamen Umgang mit der Markenidentität zurück in die Profitabilität zu führen. Der Deal unterstreicht die fortschreitende Konsolidierung im Influencer-Commerce.

