Die Stimmung im deutschen Online-Handel hat sich im vergangenen Jahr spürbar eingetrübt. Eine aktuelle Studie des Händlerbundes zeigt, dass inzwischen die Mehrheit der Online-Händler mit ihrer Geschäftsentwicklung unzufrieden ist. Sinkende Umsätze, zunehmender Wettbewerbsdruck und hohe bürokratische Anforderungen belasten viele Unternehmen.
Zufriedenheit im Online-Handel nimmt deutlich ab
Die aktuelle Händlerbund-Studie zeichnet ein schwieriges Bild für den deutschen E-Commerce. Rund 60 Prozent der befragten Online-Händler gaben an, mit ihrem Online-Geschäft unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden zu sein. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 52 Prozent.
Gleichzeitig sank der Anteil der zufriedenen Händler deutlich. Während sich 2024 noch 48 Prozent positiv zur Entwicklung ihres Online-Geschäfts äußerten, sind es inzwischen nur noch 40 Prozent. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich das Marktumfeld für viele Unternehmen weiter verschärft hat.
Mehr als jeder zweite Händler verzeichnet sinkende Umsätze
Auch bei der Umsatzentwicklung zeigt sich ein herausforderndes Bild. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen musste im vergangenen Jahr rückläufige Erlöse hinnehmen.
37 Prozent berichteten von moderaten Umsatzrückgängen, weitere 19 Prozent sogar von einem deutlichen Einbruch. Lediglich 27 Prozent der Händler konnten ihre Online-Umsätze steigern. Für viele Unternehmen bedeutet das, dass Investitionen und Wachstumsprojekte mit deutlich geringerem finanziellen Spielraum geplant werden müssen.
Bürokratie und Kundenservice belasten Unternehmen
Neben wirtschaftlichen Herausforderungen beschäftigen die Händler vor allem regulatorische und organisatorische Themen. Sieben von zehn Befragten sehen bürokratische Anforderungen als eine der größten Belastungen im Geschäftsalltag.
Fast ebenso häufig wurde der Aufwand im Kundenservice genannt. 67 Prozent betrachten die Betreuung ihrer Kunden als wesentliche Herausforderung. Hinzu kommen rechtliche Vorgaben sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck, die jeweils von knapp der Hälfte der Unternehmen als problematisch eingestuft werden. Auch Themen wie Barrierefreiheit und Zahlungsabwicklung spielen für viele Händler eine wichtige Rolle.
Wettbewerbsdruck steigt weiter
Der Wettbewerb im deutschen E-Commerce verschärft sich nach Einschätzung vieler Unternehmen weiter. 69 Prozent der befragten Händler berichten von einer zunehmenden Konkurrenz im Markt.
Entsprechend zurückhaltend fällt der Blick auf das laufende Jahr aus. Rund 39 Prozent erwarten ein schwieriges Geschäftsjahr mit zahlreichen Herausforderungen. Ein Drittel rechnet mit einer stabilen Entwicklung, während lediglich 28 Prozent optimistisch oder vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken.
Besonders auffällig ist der Rückgang beim starken Optimismus: Der Anteil der Händler, die sehr zuversichtlich auf das Geschäftsjahr schauen, ist innerhalb eines Jahres von 13 auf nur noch vier Prozent gesunken.
Markt bleibt anspruchsvoll
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass viele Online-Händler aktuell unter mehreren Belastungsfaktoren gleichzeitig stehen. Sinkende Umsätze, steigende regulatorische Anforderungen und ein intensiver Wettbewerb prägen den Geschäftsalltag vieler Unternehmen.
Ob sich die Stimmung im deutschen Online-Handel in den kommenden Monaten wieder verbessert, dürfte maßgeblich von der Konsumentwicklung sowie den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen.

