57 Prozent der Händler auf Amazon.de stammen aus China – Studie zeigt dominierende Präsenz

Studie von Daniks.ai zeigt, dass über die Hälfte der Händler auf Amazon.de aus China kommen. Europäische Verkäufer sollten auf Vertrauen und Compliance setzen statt auf Preiswettbewerb.

Eine aktuelle Studie von PPC-Optimierer Daniks.ai analysiert die Herkunft von knapp 120.000 Amazon-Sellern auf dem deutschen Marktplatz. Das Ergebnis überrascht: 57,3 Prozent der Händler haben ihren Firmensitz in China, weitere 1,5 Prozent stammen aus Hongkong. Demgegenüber kommen nur 22,8 Prozent der Verkäufer aus Deutschland. Händler aus Großbritannien, Italien und Frankreich machen zusammen 7,7 Prozent aus.

Gründe für die starke chinesische Präsenz

Alex Alekseev, CTO von Daniks.ai, erklärt, dass der grenzüberschreitende Verkauf aus China seit Jahren wächst, begünstigt durch mehrere strukturelle Vorteile:

  • Nähe zur Produktion: Die meisten Konsumgüter stammen aus chinesischen Fabriken. Der Direktverkauf über Amazon eliminiert Zwischenhändler und reduziert Margen.
  • Aggregator-Infrastruktur: Ein ausgereiftes Ökosystem aus Logistikdienstleistern, Agenturen für Listungsoptimierung und PPC-Tools unterstützt chinesische Verkäufer bei der Expansion.
  • Amazon-Anreize: Amazon erleichtert internationalen Verkäufern die Anmeldung, da mehr Händler mehr Auswahl, Wettbewerb und niedrigere Preise bedeuten.
  • Pan-EU-FBA: Mit einer einzigen Lieferung an ein EU-Lager können Verkäufer Kunden in mehreren europäischen Ländern erreichen, was Markteintritte vereinfacht.

Auswirkungen auf europäische Händler

Die Wettbewerbslandschaft hat sich grundlegend verändert: Europäische Händler konkurrieren zunehmend mit einer großen, gut ausgestatteten und schnell wachsenden Gruppe chinesischer Verkäufer mit Kostenvorteilen.

Expertenrat für Amazon-Seller

Alex Alekseev rät europäischen Verkäufern, nicht über den Preis zu konkurrieren, da dies ein verlorenes Spiel sei. Stattdessen sollten sie auf Faktoren setzen, die chinesische Händler schwer nachahmen können: Vertrauen, Sprache, Compliance und Markengeschichte. Zudem empfiehlt er, die Lieferkette zu optimieren – schneller Versand, unkomplizierte Rücksendungen und lokaler Lagerbestand senden positive Wettbewerbssignale.

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