Die Berliner Bio-Supermarktkette BIO COMPANY SE beendet Ende November 2025 ihren eigenen Online-Shop und verlagert den Online-Vertrieb komplett auf die Plattform des finnischen Lieferdienstes Wolt. Nach einem knapp einjährigen Testlauf des eigenen Lieferservices „Frische Kiste“ erfolgt die Bestellung von rund 4.000 Bio-Produkten künftig ausschließlich über die Wolt-App.
Strategische Neuausrichtung und Vorteile
Im Pilotgebiet rund um die Filiale Yorckstraße in Berlin-Kreuzberg liegt die durchschnittliche Lieferzeit über Wolt bei 35 Minuten – ein Wert, den BIO COMPANY mit eigener Logistik nicht erreichen konnte. Zudem bietet Wolt ein deutlich größeres Sortiment: Während der eigene Shop etwa 1.000 Produkte abdeckte, sind bei Wolt rund 4.000 Artikel verfügbar. Nicole Korset-Ristic, Vorständin für Einkauf & Sortiment, betont die Chancen im Online-Vertrieb durch die Kooperation.
Aufgabenverlagerung an Wolt
Mit dem Plattformwechsel überträgt BIO COMPANY wesentliche logistische Aufgaben an Wolt, darunter Auftragsmanagement, Auslieferung und App-Anbindung. BIO COMPANY fokussiert sich künftig stärker auf Sortimentsgestaltung, Regionalität und Frische – zentrale Markenwerte, die durch die neue Arbeitsteilung besser zur Geltung kommen sollen. Für Wolt ist die Kooperation der Einstieg in den Bio-Vollsortiment-Markt in Deutschland.
Auswirkungen auf Geschäftsmodell und Marktposition
Die Einstellung des eigenen Online-Shops reduziert interne Komplexität und Kosten, erhöht jedoch die Abhängigkeit vom Plattformpartner. Der direkte Kundenzugang über den eigenen Kanal entfällt. Stationärer Handel bleibt das Kerngeschäft von BIO COMPANY, der Online-Vertrieb wird ausgelagert betrieben.
Marktumfeld und Zukunftsaussichten
Der Schritt folgt dem Trend zu Plattformmodellen im Bio-Handel, bei dem Kunden schnelle Lieferungen und breites Sortiment erwarten. Die Zusammenarbeit mit Wolt bietet eine skalierbare Lösung, um im wachsenden Online-Bio-Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. BIO COMPANY stärkt so sein Profil als stationärer Bio-Händler mit digitaler Erweiterung, während Wolt seine Position im urbanen Liefermarkt ausbaut.
