China arbeitet an einer umfassenden Überarbeitung seines E-Commerce-Gesetzes. Künftig sollen die gesetzlichen Vorgaben nicht mehr nur für Online-Marktplätze und Händler gelten, sondern auch für weitere Unternehmen entlang der digitalen Wertschöpfungskette. Betroffen wären unter anderem Zahlungsdienstleister, Fulfillment-Anbieter und Softwareunternehmen.
Mit der geplanten Reform will das Land den regulatorischen Rahmen für den Onlinehandel ausweiten. Für viele Unternehmen könnten dadurch zusätzliche Dokumentations- und Compliance-Pflichten entstehen.
Gesetz soll deutlich mehr Unternehmen erfassen
Bislang richtet sich das chinesische E-Commerce-Gesetz in erster Linie an Plattformbetreiber und Händler. Die geplanten Änderungen sehen vor, den Geltungsbereich auf weitere Dienstleister auszudehnen, die am Onlinehandel beteiligt sind.
Dazu gehören unter anderem:
- Zahlungsdienstleister
- Fulfillment- und Logistikunternehmen
- Software- und Technologieanbieter
- weitere digitale Dienstleister entlang der E-Commerce-Prozesse
Damit würde sich der Kreis der Unternehmen erweitern, die gesetzliche Anforderungen im digitalen Handel erfüllen müssen.
Compliance rückt stärker in den Fokus
Mit der Reform könnten Unternehmen künftig umfangreichere Nachweise über ihre Geschäftsprozesse erbringen müssen. Dazu zählen unter anderem die Dokumentation von Abläufen, transparente Datenverarbeitung sowie nachvollziehbare Prozesse innerhalb der Liefer- und Transaktionskette.
Die neuen Anforderungen würden damit nicht nur rechtliche Vorgaben betreffen, sondern auch technische Systeme und interne Abläufe. Unternehmen müssten ihre Prozesse entsprechend anpassen und dauerhaft überwachen.
Mögliche Auswirkungen auf digitale Geschäftsmodelle
Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern könnten insbesondere kleinere Unternehmen stärker von den zusätzlichen Anforderungen betroffen sein. Größere Anbieter verfügen häufig bereits über spezialisierte Teams für regulatorische Themen und können neue Vorgaben schneller in bestehende Prozesse integrieren.
Auch Dienstleister aus den Bereichen Software, Logistik und Zahlungsabwicklung müssten sich auf einen erweiterten regulatorischen Rahmen einstellen, sofern die Reform in ihrer geplanten Form umgesetzt wird.
Entwicklung folgt internationalem Trend
Mit der geplanten Ausweitung orientiert sich China an einem Trend, der auch in anderen Regionen zu beobachten ist. In der Europäischen Union wurden in den vergangenen Jahren ebenfalls neue Regelwerke eingeführt, die digitale Plattformen und deren Verantwortlichkeiten stärker regulieren.
In China soll der Fokus künftig nicht mehr ausschließlich auf Online-Marktplätzen liegen, sondern auf der gesamten digitalen Infrastruktur des E-Commerce.
Ausblick
Die Reform befindet sich derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren. Wann die neuen Regelungen in Kraft treten und in welchem Umfang sie umgesetzt werden, steht bislang nicht fest.
Quelle: Pressemitteilung IT BOLTWISE , 04. Juli 2026
