Nach einer der größten Datenschutzverletzungen in Südkorea reagiert der Onlinehändler Coupang mit einer umfassenden Kompensation: Das Unternehmen kündigte an, rund 1,69 Billionen Won (ca. 1,17 Milliarden Euro) in Form von Einkaufsgutscheinen an 34 Millionen betroffene Nutzer:innen auszugeben. Auch ehemalige Kund:innen, die ihre Konten nach dem Vorfall gelöscht hatten, sollen profitieren.
Umfangreiche Gutscheinaktion
Ab dem 15. Januar 2026 können berechtigte Nutzer:innen prüfen, ob sie Anspruch auf einen Gutschein im Wert von 50.000 Won (ca. 35 Euro) haben. Die Datenpanne war im November bekannt geworden und betraf nahezu zwei Drittel der südkoreanischen Bevölkerung.
Konsequenzen und Maßnahmen
Die Polizei durchsuchte Anfang Dezember die Konzernzentrale in Seoul. Infolge des Vorfalls trat der damalige CEO Park Dae-jun zurück, und US-Anleger reichten Klage ein. Der Interims-CEO Harold Rogers bezeichnete die Gutscheinaktion als „verantwortungsvolle Maßnahme“ und versprach vollständige Aufklärung.
Firmengründer Kim Bom räumte Fehler im Krisenmanagement ein und erklärte, dass die gestohlenen Daten sowie Speichermedien des mutmaßlichen Täters zurückerlangt wurden. Die tatsächlich abgeflossenen Daten seien auf rund 3.000 Kundendatensätze begrenzt, und eine externe Verbreitung oder ein Verkauf habe nicht stattgefunden.
Breite Debatte und regulatorische Folgen
Der Vorfall löste in Südkorea eine intensive Diskussion über Datenschutz und IT-Sicherheit im E-Commerce aus. Experten erwarten weitere regulatorische Maßnahmen und eine strengere Kontrolle großer Digitalunternehmen.
