Die dänische Post, PostNord, wird zum Jahresende 2025 die Zustellung von Briefen einstellen und sich künftig ausschließlich auf die Paketzustellung konzentrieren. Diese Entscheidung resultiert aus einem drastischen Rückgang des Briefvolumens um 90 Prozent seit dem Jahr 2000, bedingt durch die fortschreitende Digitalisierung in Dänemark.
Die Konsequenzen dieser Maßnahme sind weitreichend: Rund 1.500 der insgesamt 4.600 Arbeitsplätze bei PostNord in Dänemark werden abgebaut, und sämtliche öffentlichen Briefkästen im Land sollen entfernt werden. Das günstigste Porto für einen Inlandsbrief liegt derzeit bei knapp vier Euro, mit einer Lieferzeit von bis zu fünf Tagen. Ein Brief oder eine Postkarte ins Ausland kostet umgerechnet 6,70 Euro.
Trotz der Einstellung der Briefzustellung durch PostNord bleibt der Briefversand in Dänemark möglich. Andere Logistikunternehmen, wie der Anbieter DAO, bieten weiterhin Briefsendungen an. Der dänische Verkehrsminister Thomas Danielsen betonte, dass auch nach der Entscheidung von PostNord Briefe und Pakete im ganzen Land verschickt und empfangen werden können.
Diese Entwicklung in Dänemark spiegelt einen globalen Trend wider, bei dem traditionelle Postdienste aufgrund der Digitalisierung und sinkender Briefvolumina ihre Dienstleistungen anpassen. Auch in Deutschland plant die Deutsche Post, bis zum Jahresende 8.000 Stellen im Briefbereich abzubauen.
PostNord entstand 2009 aus dem Zusammenschluss der staatlichen Postunternehmen Dänemarks und Schwedens. Der schwedische Staat hält 60 Prozent der Anteile, der dänische 40 Prozent.
Insgesamt markiert die Entscheidung von PostNord das Ende einer 400-jährigen Ära der Briefzustellung in Dänemark und unterstreicht die tiefgreifenden Veränderungen, die die Digitalisierung in traditionellen Dienstleistungsbereichen bewirkt.
