Humanoide Roboter, Künstliche Intelligenz und intelligente Automatisierung sollen die Kontraktlogistik in den kommenden Jahren entscheidend verändern. ID Logistics hat im Rahmen seiner Veranstaltung „Future of Contract Logistics“ in Wiesbaden einen Einblick in seine Zukunftsstrategie gegeben. Anlass war das 25-jährige Bestehen der international tätigen Unternehmensgruppe.
KI und Robotik stehen im Mittelpunkt der Strategie
ID Logistics sieht technologische Innovationen als zentralen Bestandteil seiner weiteren Entwicklung. Das Unternehmen will neue Technologien künftig noch stärker in operative Logistikprozesse integrieren und diese anschließend international ausrollen.
Nach Angaben des Unternehmens gehören dazu insbesondere Anwendungen aus den Bereichen:
- Künstliche Intelligenz
- humanoide Robotik
- Automatisierung
- datenbasierte Prozessoptimierung
Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe mit rund 55.000 Mitarbeitenden in 19 Ländern einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro.
Humanoider Roboter wird für Lagerprozesse trainiert
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war der humanoide Roboter „IDA“. Das auf dem Modell Unitree G1 Edu 6 basierende System wird derzeit in der deutschen Unternehmenszentrale in Griesheim getestet.
In einem Pilotprojekt trainiert ID Logistics den Roboter zunächst für einfache Lageraufgaben. Dazu zählen unter anderem Sortierarbeiten sowie unterstützende Tätigkeiten innerhalb logistischer Abläufe. Die Entwicklung erfolgt gemeinsam mit dem Technologiepartner Terra Robotics.
Perspektivisch soll IDA auch komplexere Aufgaben übernehmen. Dazu gehören beispielsweise Verpackungsprozesse oder Unterstützung bei der Kommissionierung.
Innovationen werden zunächst lokal getestet
Nach Angaben von ID Logistics liegt ein wesentlicher Vorteil der Unternehmensstruktur darin, neue Technologien zunächst in einzelnen Standorten unter realen Bedingungen zu testen.
Bewähren sich neue Lösungen im operativen Lagerbetrieb, können sie anschließend auf weitere Standorte übertragen werden. Mit rund 450 Logistikstandorten weltweit verfügt die Unternehmensgruppe über ein großes Netzwerk, um Innovationen schrittweise auszurollen.
Die deutsche Landesgesellschaft wurde 2013 gegründet und beschäftigt heute rund 5.000 Mitarbeitende an 17 Standorten. Insgesamt stehen knapp eine Million Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung.
KI soll Mitarbeitende entlasten
ID Logistics betont, dass Künstliche Intelligenz und Robotik nicht als Ersatz für Beschäftigte verstanden werden. Stattdessen sollen automatisierte Systeme wiederkehrende Routineaufgaben übernehmen, sodass sich Fachkräfte stärker auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren können.
Der Fokus liege auf dem Zusammenspiel von Mensch und Technologie. KI-gestützte Prozesse sollen die Effizienz steigern und gleichzeitig bestehende Arbeitsabläufe unterstützen.
Innovationspreis für KI-Projekt verliehen
Im Rahmen der Veranstaltung verlieh ID Logistics außerdem erstmals den Innovationspreis „King of Innovations“.
Ausgezeichnet wurde das Unternehmen MotionMiners. Prämiert wurde eine KI-gestützte Lösung zur Analyse von Bewegungsabläufen im Lager, die Unternehmen dabei unterstützen soll, Prozesse effizienter zu gestalten und die Produktivität zu erhöhen.
Neben MotionMiners präsentierten auch weitere Technologieunternehmen ihre Lösungen. Dazu gehörten unter anderem Agilox, Brightpick, Dexory, Sentics und Waku Robotics.
Individuelle Lösungen statt Standardkonzepte
Nach Einschätzung von ID Logistics wird es künftig keine universelle Lösung für den Einsatz von KI und Robotik in der Kontraktlogistik geben. Unterschiedliche Branchen, Lagerstrukturen und Kundenanforderungen erforderten individuell kombinierte Technologien.
Der Schwerpunkt liege daher darauf, passende Systeme auszuwählen und diese schrittweise in bestehende Prozesse zu integrieren.
