Ab dem 26. August 2025 stellt die Österreichische Post den Paketversand mit Waren in die USA ein. Grund sind verschärfte Zollbestimmungen: Die bisherige Freigrenze von 800 US-Dollar entfällt, was die Abfertigung deutlich komplizierter macht. Für Händler und Privatkunden bedeutet das: höhere Kosten und eingeschränkte Versandmöglichkeiten.
Hintergrund: Ende der De-minimis-Freigrenze
Die USA schaffen die bisherige Grenze für zoll- und steuerfreie Importe bis 800 US-Dollar ab. Damit muss künftig jede Warensendung vollständig verzollt und versteuert werden. Gleichzeitig sind viele Details zu den neuen Verfahren noch unklar, sodass Postgesellschaften weltweit vor erheblichen Unsicherheiten stehen.
Die Österreichische Post reagiert nun mit einem Versandstopp für Standardpakete mit Wareninhalten – auch für Lieferungen nach Puerto Rico.
Ausnahmen und Alternativen
Ganz dicht macht die Post jedoch nicht:
- Geschenksendungen von Privatpersonen bis 100 US-Dollar dürfen weiterhin verschickt werden, sofern sie korrekt deklariert sind.
- Dokumente ohne Wareninhalt sind nicht betroffen und können nach wie vor versendet werden.
- Post Express International bleibt als einzige Versandoption verfügbar. Allerdings ist dieser Service deutlich teurer und für viele Händler daher keine echte Dauerlösung.
Folgen für Händler und Kunden
Für österreichische Onlinehändler, die regelmäßig in die USA liefern, bedeutet die Entscheidung kurzfristig:
- Lieferstopp für Standardpakete – Ware kann nicht mehr auf gewohntem Weg verschickt werden.
- Kostendruck – Expressversand als einzige Option verteuert den Handel erheblich.
- Planungsunsicherheit – solange unklar ist, wie die Zollprozesse künftig ablaufen, bleibt die Situation angespannt.
Auch Privatkunden, die Waren oder Geschenke über den Atlantik senden wollen, stehen vor neuen Hürden.
Einordnung im europäischen Kontext
Mit Belgien, PostNord (Schweden/Dänemark), Posten Bring (Norwegen) und nun auch der Österreichischen Post haben bereits mehrere Postgesellschaften den Versand gestoppt. Damit wächst der Druck auf andere Länder, ebenfalls nachzuziehen oder kurzfristige Übergangslösungen zu finden.
Für Händler in Deutschland bleibt abzuwarten, ob auch die Deutsche Post DHL reguläre USA-Pakete einschränken wird.
Ausblick
Die Aussetzung der De-minimis-Freigrenze durch die USA sorgt innerhalb weniger Tage für massive Verwerfungen im internationalen Versand. Klar ist: Händler müssen kurzfristig Kommunikation, Versandoptionen und Kundenmanagement anpassen. Mittelfristig könnte die Entwicklung sogar den Markteintritt via US-Fulfillment-Dienstleister beschleunigen – um Versand und Zoll vor Ort zu umgehen.
