Die Insolvenz der Sporthandelskette SportScheck verläuft für Gläubiger weitaus besser als üblich: rund 62 % der Forderungen werden zurückgezahlt – und das bei allen Gläubigergruppen gleichermaßen, sowohl für den stationären Bereich (SportScheck Stationär GmbH) als auch für den Onlinehandel (SportScheck GmbH).
Laut ORF liegt die Quote bei der Online-GmbH sogar bei 65 %, was rund 25 Prozentpunkte über der ursprünglichen Prognose liegt. Die Stationär-GmbH liegt hierbei immer noch 8 Prozentpunkte über den Erwartungen.
Warum konnten Gläubiger so viel zurückbekommen?
- Übernahme durch Cisalfa: Die italienische Sporthandelskette Cisalfa Group rettete SportScheck frühzeitig und übernahm 26 der 34 Filialen. Dadurch wurde der Geschäftsbetrieb weitgehend gesichert – vor allem über der Übergabe und Fortführung des stationären Betriebs.
- Schnelle Neuvermietung: Das Münchner Stammhaus wurde zügig an einen neuen Mieter vergeben, wodurch finanzielle Schäden bei Vermietern und damit potenzielle Belastungen für Gläubiger reduziert wurden.
- Mitarbeiter profitieren mit: Auch rund 1.050 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Zuge des Insolvenzverfahrens Gehaltseinbußen hinnehmen mussten, erhalten einen Anteil der Ausschüttung. Eine abschließende Auszahlung ist für 2026 geplant.
Fazit
Im Gegensatz zu vielen Insolvenzverfahren, die nur geringe Rückzahlungen ermöglichen, profitierten die Gläubiger von SportScheck unerwartet stark – mit über 60 % Rückzahlung, deutlich über den Planwerten. Die schnelle Übernahme durch Cisalfa und die zügige Stabilisierung der Filialstruktur sind entscheidende Faktoren für den erfolgreichen Verlauf. Dies macht das Verfahren zu einem bemerkenswerten Beispiel für eine gelungene Restrukturierung.
