Stiftung Warentest warnt vor gefährlichen Produkten auf Temu und Shein

Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest hat erhebliche Sicherheitsmängel bei Produkten auf den Online-Marktplätzen Temu und Shein aufgedeckt. Von insgesamt 162 getesteten Artikeln – darunter Schmuck, Babyspielzeug und USB-Ladegeräte – erfüllten 110 nicht die EU-Sicherheitsstandards. Besonders alarmierend: Einige Halsketten enthielten das Schwermetall Cadmium in Konzentrationen, die den erlaubten Grenzwert um das 8.500-Fache überschreiten.

Umfangreiche Prüfung und zentrale Ergebnisse

Gemeinsam mit Verbraucherorganisationen aus Dänemark und Belgien testete Stiftung Warentest 54 Halsketten, 54 USB-Ladegeräte und 54 Spielzeuge für Kleinkinder von Drittanbietern auf Temu und Shein. Rund zwei Drittel der Produkte wiesen gravierende Sicherheitsmängel auf. Neben extrem hohen Cadmiumwerten bei Schmuck fanden sich bei Babyspielzeug zu hohe Formaldehydwerte und bei Ladegeräten Überhitzungsrisiken mit Temperaturen bis zu 88 Grad Celsius – deutlich über dem EU-Grenzwert von 77 Grad.

Risiken für Verbraucher:innen

Die Schadstoffe in Schmuck können Nieren- und Knochenschäden verursachen und gelten als krebserregend. Formaldehyd in Spielzeug kann Hautreizungen und Allergien auslösen. Überhitzte Ladegeräte bergen Brandgefahr und können elektrische Isolierungen beschädigen. Zudem waren viele Produkte unzureichend oder falsch gekennzeichnet, was die Produktsicherheit zusätzlich gefährdet.

Reaktionen von Temu und Shein

Nach Hinweisen der Verbraucherorganisation entfernten beide Plattformen kritische Artikel schnell von ihren Seiten. Shein informierte betroffene Kund:innen per E-Mail und warnte ausdrücklich vor der Nutzung illegaler Produkte. Auf direkte Beschwerden reagierten die Anbieter jedoch teilweise nur mit standardisierten Antworten ohne konkrete Lösungen.

EU und Verbraucherschutz fordern mehr Kontrolle

Der rasante Anstieg von Billigimporten aus Nicht-EU-Ländern über Online-Marktplätze erschwert die Kontrolle gefährlicher Produkte. Die EU-Kommission arbeitet an strengeren Regeln, um Marktplätze stärker in die Verantwortung zu nehmen und die Produktsicherheit zu erhöhen. Verbraucher:innen wird empfohlen, auf geprüfte Produkte mit entsprechenden Siegeln zu achten und bei Verdacht auf gefährliche Artikel diese nicht zu verwenden.

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