Das Landgericht Köln hat entschieden, dass die Deutsche Post ihre Einschreiben nicht länger als „sicheren“ Versandweg für Geld oder Sachwerte bewerben darf, ohne klar auf die Haftungsgrenze von 25 Euro hinzuweisen. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Niedersachsen.
Hintergrund des Falls
- Herbst 2024: Eine Kundin verschickte wichtige Ausweisdokumente per Einschreiben, die verloren gingen.
- Die Post erstattete lediglich 50 Euro aus Kulanz – tatsächlich liegt die gesetzliche Haftungsgrenze bei 25 Euro.
- Laut Verbraucherzentrale war dieser Hinweis nur im Kleingedruckten zu finden, während die Werbung mit „sicherem Versand“ warb.
Gerichtliche Entscheidung
Das LG Köln (Az. 81 O 26/25) folgte der Argumentation der Verbraucherschützer:
- Werbung mit „sicherem Versand“ bei gleichzeitig minimaler Haftung sei irreführend.
- Es handle sich um unzulässige Blickfangwerbung, da Kunden ein höheres Sicherheitsniveau erwarten.
Reaktion der Deutschen Post
- Die Post verweist darauf, dass die beanstandete Produktbeschreibung kurz nach 2024 ohnehin geändert wurde.
- Für höhere Absicherung verweist sie auf das Produkt „Einschreiben Wert“, das eine deutlich höhere Haftungsgrenze bietet.
Bedeutung für Verbraucher:innen
Das Urteil sorgt für mehr Transparenz beim Versand wichtiger Dokumente:
- Wer wertvolle Unterlagen oder Gegenstände verschicken möchte, muss künftig klar erkennen, welche Haftungsgrenze gilt.
- Gleichzeitig wird deutlich, dass für höhere Werte spezielle Produkte wie „Einschreiben Wert“ notwendig sind.
