Eine aktuelle Umfrage des Informationsdienstleisters CRIF zeigt, dass 95 Prozent der deutschen Online-Shops bereits Opfer von Betrug oder Betrugsversuchen wurden. Besonders in umsatzstarken Phasen wie Black Friday und Cyber Monday steigt das Risiko deutlich an. Rund 45 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einem weiter gestiegenen Betrugsrisiko im letzten Jahr, während 42 Prozent ein konstant hohes Niveau verzeichnen.
Identitätsdiebstahl als häufigste Betrugsform
Die mit Abstand häufigste Betrugsart ist Identitätsdiebstahl: 76 Prozent der Händler hatten es mit Kunden zu tun, die sich als andere reale Personen ausgaben. Nahezu ebenso verbreitet sind falsche Angaben bei Name und Adresse (74 Prozent). Weitere gängige Betrugsformen sind:
- Eingehungsbetrug (53 Prozent): Kunden bestellen Ware, wissen aber, dass sie nicht zahlen werden
- Missbrauch gestohlener Zahlungsdaten (47 Prozent)
- Account Takeover (41 Prozent): Täter übernehmen fremde Kundenkonten für Bestellungen
Hohe finanzielle Schäden
Die finanziellen Folgen sind erheblich:
- 42 Prozent der Shops melden jährliche Verluste unter 10.000 Euro
- 32 Prozent berichten von Schäden zwischen 10.000 und 100.000 Euro
- Über ein Viertel (26 Prozent) erleidet Verluste von mehr als 100.000 Euro jährlich
Neben direkten finanziellen Einbußen entstehen oft Reputationsschäden und juristische Kosten.
Maßnahmen gegen Betrug
Um sich zu schützen, setzen 94 Prozent der Online-Shops bereits auf automatisierte Risk-, Ident- und Fraud-Prevention-Lösungen. 90 Prozent kombinieren manuelle und automatisierte Prüfverfahren. 75 Prozent sehen die Auswahl passender Präventionsmethoden als zentrale Aufgabe, und 62 Prozent achten besonders auf die Erkennung neuer Betrugsmuster.
Warnung und Ausblick
Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland, warnt vor der zunehmenden Raffinesse der Betrüger, insbesondere durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und synthetischen Identitäten. Er empfiehlt Online-Händlern, gerade in umsatzstarken Zeiten wie dem Black Friday verstärkt Identitäts- und Zahlungskontrollen durchzuführen und ihre Präventionsstrategien kontinuierlich anzupassen.
