Bürokratie und Rezession bremsen Gründungen in Deutschland

Laut einer aktuellen Studie des ZEW Mannheim zusammen mit Creditreform sinkt das Gründungsgeschehen in Deutschland weiter deutlich. Für viele potenzielle Gründer:innen sind vor allem Bürokratie und wirtschaftliche Unsicherheit durch Rezession entscheidende Hürden.

Zahlen, die Sorgen machen

  • 2024 wurden etwa 161.000 neue Unternehmen gegründet ― so wenige wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Zum Vergleich: In den Jahren 2015–2021 lag der Mittelwert bei rund 168.000 Neugründungen pro Jahr.
  • Besonders groß ist der Rückgang im verarbeitenden Gewerbe: Hier sank die Zahl der Gründungen im Vergleich zu 2016 um rund 38 %.
  • Auch im Baugewerbe zeigen sich deutliche Rückgänge: 2024 lag die Zahl der Neugründungen dort bei circa 14.700, was ein Minus von etwa 12,7 % gegenüber Vorjahren bedeutet.

Ursachen: Mehr als nur Konjunktur

Die Studie identifiziert mehrere Faktoren, die Gründungen behindern:

  • Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Steigende Energie- und Rohstoffkosten, hohe Zinsen, unsichere Aussichten durch Rezessionsängste.
  • Bürokratie & Regulierung: Für Gründer:innen sind Genehmigungsverfahren, Verwaltungsaufwand und regulatorische Anforderungen spürbar größere Belastungen geworden.
  • Innovationsstarke Bereiche besonders betroffen: Vor allem in der Industrie und im forschungsintensiven Teil des verarbeitenden Gewerbes sinkt die Gründungsdynamik stark. Auch im Bereich IKT/Technische Dienstleistungen gibt es zwar Wachstum: Doch auch dort macht sich die konjunkturelle Schwäche bemerkbar.

Handlungsperspektiven und Ausblick

  • Förderung zielgerichteter Innovations-Gründungen statt „Gießkannenpolitik“. Steuerliche Anreize für Forschung & Entwicklung werden empfohlen.
  • Bürokratieabbau und Vereinfachung der Regulierungsprozesse, um Gründer:innen den Einstieg zu erleichtern.
  • Stärkere Unterstützung für Branchen mit hohem Innovationspotenzial, z. B. IKT/Dienstleistungen, da diese trotz allgemeiner Konjunkturverzögerung Potenzial zeigen.

Fazit: Bürokratie und Rezession wirken in Deutschland derzeit wie eine doppelte Bremse für Unternehmensgründungen. Die Studie des ZEW zeigt, dass ohne gezielte Reformen und Fördermaßnahmen nicht nur die Zahl der Neugründungen sinkt, sondern langfristig auch Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit gefährdet sind.

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