Die Drogeriemärkte dm, Rossmann sowie der Lebensmitteleinzelhändler Lidl bereiten den Einstieg in den Versand rezeptfreier Arzneimittel vor. dm plant, noch im Jahr 2025 eine eigene Online-Apotheke zu eröffnen, die rezeptfreie Medikamente aus der Tschechischen Republik versenden soll. Rossmann arbeitet ebenfalls an einem Versandgeschäft, das voraussichtlich über ein Logistikzentrum in den Niederlanden abgewickelt wird. Auch Lidl sondiert nach Branchenkreisen aktiv Möglichkeiten für eine Versandapotheke. Der genaue Starttermin hängt noch von behördlichen Genehmigungen ab, die dm jedoch bald erwartet.
Strategische Gesundheitsinitiativen
Für dm ist der Einstieg Teil einer umfassenden Gesundheitsstrategie. Geschäftsführer Christoph Werner betont die Notwendigkeit eines Wandels im Gesundheitssystem hin zu mehr Prävention und Gesundheitsförderung. Parallel testet dm bereits neue Gesundheitsservices in ausgewählten Filialen, darunter Augenscreenings, KI-gestützte Hautanalysen und Blutuntersuchungen. Zudem investiert das Unternehmen stark in die Modernisierung seiner Filialen, um die Omnichannel-Strategie zu stärken und das Vertrauen der Kund:innen auszubauen.
Auswirkungen auf den Apothekenmarkt
Der Markt für rezeptfreie Medikamente in Deutschland hat ein Volumen von rund 12 Milliarden Euro, wovon bereits ein Viertel online über Versandapotheken abgewickelt wird. Experten rechnen damit, dass die großen Handelsketten dank ihrer breiten Kundenbasis und digitalen Infrastruktur schnell Marktanteile gewinnen könnten. Traditionelle Apotheken sehen die Entwicklung kritisch, da sie mit Umsatzeinbußen und steigendem Wettbewerbsdruck rechnen müssen. Verschreibungspflichtige Medikamente bleiben weiterhin den klassischen Apotheken vorbehalten.
Wettbewerb und Pilotprojekte
Rossmann arbeitet intensiv am Aufbau eines Versandhandels für rezeptfreie Arzneimittel, während Lidl Gespräche mit potenziellen Partnern führt. dm hat bereits Pilotprojekte gestartet, die von der Branche unterschiedlich bewertet werden. Apotheken, Optiker und Ärzte sehen die neuen Angebote als Herausforderung, während Kund:innen die zusätzlichen Services teilweise positiv aufnehmen.
