Nach monatelanger Pause hat Shein den Verkauf von Drittanbieterprodukten in Frankreich wieder aufgenommen. Der Fast-Fashion-Konzern hatte den Marktplatz im November 2025 freiwillig gestoppt, nachdem illegale Artikel wie kinderpornografische Puppen, Waffen und Medikamente entdeckt wurden. Die Wiederaufnahme erfolgt schrittweise und unter strenger Kontrolle, wie Modaes berichtet.
Gericht lehnt Sperrantrag ab
Die Rückkehr auf den französischen Markt erfolgte wenige Tage nach einem Urteil des Pariser Justizgerichts, das den Antrag der Regierung auf vorläufige Sperrung der Plattform ablehnte. Laut Libération begann Shein stillschweigend mit dem Verkauf von Produkten aus den Bereichen Schmuck, Accessoires, Kosmetik, Deko, Heimwerken, Möbel und Spielwaren.
Fokus auf Compliance und Markensicherheit
Shein hat seine Kontroll- und Compliance-Systeme überarbeitet und setzt bei der Wiedereinführung auf etablierte Anbieter. Im sensiblen Spielwarensegment werden zunächst ausschließlich Produkte namhafter Hersteller wie Lego, Hasbro und Mattel angeboten. Ein vollständiger Relaunch ist noch nicht terminiert, die Rückkehr soll verantwortungsvoll und im Einklang mit regulatorischen Vorgaben erfolgen.
Juristische und politische Herausforderungen
Im November 2025 reichten zwölf französische Branchenverbände gemeinsam mit über 100 Marken Klage wegen „unlauteren Wettbewerbs“ gegen Shein ein. Die Verhandlung vor dem Handelsgericht Aix-en-Provence beginnt am 12. Januar 2026. Parallel verschärft Frankreich mit einem Gesetz aus dem Sommer 2025 die Regulierung von Ultra-Fast-Fashion-Plattformen wie Shein und Temu, mit Strafzahlungen von sieben bis zehn Euro pro verkauftem Produkt.
