Der Hamburger Schuhhändler Görtz sorgt mitten im laufenden Insolvenzverfahren für Schlagzeilen: Das Traditionsunternehmen eröffnet neue Filialen und stellt sich mit einem erweiterten Sortiment strategisch neu auf.
Expansion trotz Krise
Vor wenigen Tagen hat Görtz einen neuen Store in Wiesbaden eröffnet, weitere Standorte in Hamburg sollen folgen. Damit geht das Unternehmen einen überraschenden Schritt, denn seit 2022 befindet sich Görtz im Insolvenzverfahren. Statt Rückzug setzt die Geschäftsführung jedoch auf Expansion – ein Signal an Kund:innen, Partner und Investor:innen, dass die Marke wieder wachsen will.
Neues Konzept: Mehr als nur Schuhe
Die neuen Filialen sind Teil eines überarbeiteten Konzepts: Neben Schuhen werden verstärkt auch Bekleidung und Accessoires angeboten. Mit diesem Lifestyle-Ansatz will Görtz das Einkaufserlebnis emotionaler und inspirierender gestalten. Exklusive Labels wie Looks by Wolfgang Joop sollen zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen und neue Zielgruppen erschließen.
Digitale Ausrichtung im Fokus
Parallel zur Flächenexpansion setzt Görtz verstärkt auf digitale Kanäle. Das Onlinegeschäft soll enger mit den Stores verzahnt werden, um Kund:innen kanalübergreifend zu erreichen. Damit folgt Görtz einem Trend, den viele Mode- und Lifestylehändler aktuell verfolgen: Omnichannel-Strategien als Schlüssel für Resilienz in einem herausfordernden Marktumfeld.
Bedeutung für den Markt
Die Insolvenz hatte gezeigt, wie stark der stationäre Schuhhandel unter Konsumzurückhaltung und Online-Konkurrenz leidet. Mit der Expansion während des Verfahrens geht Görtz jedoch in die Offensive. Gelingt die Neuausrichtung, könnte das Unternehmen zu einem Beispiel werden, wie Traditionsmarken durch konsequente Modernisierung wieder relevant werden.
