Der weltweit tätige Logistikkonzern Kühne+Nagel reagiert auf sinkende Gewinne und Margendruck mit einem umfassenden Kostensenkungsprogramm. Ziel ist es, durch strukturelle Maßnahmen jährlich über 200 Millionen Schweizer Franken einzusparen und die Effizienz in den operativen Abläufen zu erhöhen.
Umsatz stabil, Gewinn rückläufig
In den ersten neun Monaten 2025 erzielte Kühne+Nagel einen Nettoumsatz von 18,5 Milliarden Franken, was einem Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz dieses Umsatzwachstums sank der Reingewinn um 17 Prozent auf 761 Millionen Franken, das EBIT reduzierte sich auf 1,03 Milliarden Franken. Besonders im dritten Quartal zeigte sich ein deutlicher Rückgang, der unter anderem auf negative Wechselkurseffekte in Höhe von 14 Millionen Franken zurückzuführen ist.
Luft- und Seefracht mit gemischter Entwicklung
Die Luftfracht konnte mit einem Volumenanstieg von 7 Prozent auf 1,6 Millionen Tonnen Marktanteile gewinnen, verzeichnete jedoch einen leichten EBIT-Rückgang auf 322 Millionen Franken. In der Seefracht stieg der Umsatz leicht, während der Gewinn um 27 Prozent auf 479 Millionen Franken sank. Das US-Geschäft der übernommenen IMC Logistics erwies sich als Belastung, während Importe nach Europa und das KMU-Segment wuchsen.
Landverkehr und Kontraktlogistik
Im Landverkehr blieb der Umsatz mit 2,6 Milliarden Franken stabil, der EBIT sank jedoch auf 67 Millionen Franken. Die Auslastung der europäischen Netzwerke war schwach, während die Nachfrage nach Zolldienstleistungen in den USA hoch blieb. Die Kontraktlogistik erreichte mit 161 Millionen Franken EBIT ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Im September eröffnete Kühne+Nagel ein neues Distributionszentrum für Lego in der Nähe von Ho-Chi-Minh-Stadt, um das Geschäft in Südostasien und der Pazifikregion auszubauen.
Übernahme von Apex Logistics
Im August 2025 übernahm Kühne+Nagel den chinesischen Luftfrachtdienstleister Apex Logistics für 886 Millionen Franken. Die Finanzierung erfolgt über liquide Mittel und bestehende Kreditlinien. Die Transaktion soll im vierten Quartal abgeschlossen werden.
Ausblick und Maßnahmen
CEO Stefan Paul betont die Notwendigkeit der Kostensenkungsmaßnahmen angesichts der anhaltenden Herausforderungen im Markt. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet das Unternehmen ein EBIT von über 1,3 Milliarden Franken. Das Sparprogramm umfasst Prozessoptimierungen, verstärkten Einsatz von Automatisierung und Shared-Service-Centern, um die Produktivität langfristig zu steigern.
