Laut Berichten der Washington Post erwägt Amazon, seine langjährige Partnerschaft mit dem United States Postal Service (USPS) zu beenden und stattdessen ein eigenes landesweites Zustellnetz aufzubauen. Hintergrund sind stockende Vertragsverhandlungen und strategische Veränderungen bei der US-Post, die den bisherigen Großkundenvertrag infrage stellen.
Vertragsende und geplante Umstrukturierung bei USPS
Der aktuelle Vertrag zwischen Amazon und USPS läuft im Oktober 2026 aus. Amazon zahlt jährlich über sechs Milliarden US-Dollar an die Post, was etwa 7,5 Prozent des Umsatzes der USPS entspricht. Die US-Post plant jedoch, exklusive Großkundenverträge durch ein offenes Auktionsverfahren zu ersetzen, um auch regionalen Anbietern, stationären Händlern sowie kleinen und mittleren Unternehmen Zugang zu postalischen Infrastrukturen zu ermöglichen. Dieser Schritt überraschte Amazon und erschwert die Vertragsverlängerung.
Amazon prüft Alternativen und baut eigenes Zustellnetz aus
Amazon hatte auf eine Verlängerung des Vertrags um vier Jahre mit verbesserten Konditionen gehofft. Sprecher Steve Kelly betonte, dass Amazon die Partnerschaft zwar fortführen wolle, aber gleichzeitig alle Optionen prüfe, um die Lieferkette nicht zu gefährden. Das Unternehmen baut bereits ein eigenes Zustellnetz auf, das auf Subunternehmer:innen und Gig-Worker setzt.
Mögliche Folgen für USPS und den US-Paketmarkt
Ein Rückzug von Amazon könnte für die USPS erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten und den US-Paketmarkt nachhaltig verändern. Die Entwicklungen werden aufmerksam verfolgt, da sie weitreichende Auswirkungen auf die Logistikbranche und den E-Commerce in den USA haben könnten.
