Mit seiner aktuellen Studie liefert CBCommerce eine umfassende Momentaufnahme des grenzüberschreitenden Onlinehandels in den Segmenten Fashion, Beauty und Luxury in Europa (EU27 + UK + Schweiz + Norwegen). Der Bericht hebt nicht nur führende Player hervor, sondern auch strukturelle Trends, die den Handel nachhaltig verändern.
Kerndaten & Trends
| Kennzahl | Wert / Veränderung |
|---|---|
| Gesamt-GMV der Top 500 (Cross-Border) | €93,7 Mrd |
| Anteil der Marktplätze am GMV der Top 500 | ~ 57,2 % |
| Umsatz über C2C/Re-Commerce | €15 Mrd (mit steigendem Trend bis 2026) |
| Gesamtmarkt Fashion/Beauty/Luxury (online + offline) in Europa | €734,5 Mrd |
| Online-Anteil in Fashion | etwa 25,7 % des Fashion-Gesamtmarktvolumens |
| Onlineanteil Beauty | ca. 37,2 % |
| Onlineanteil Luxury | ca. 48,8 % |
Führende Akteure
Die Studie nennt Marken und Plattformen, die sich im Cross-Border-Handel besonders stark positioniert haben:
- Fashion (Mode): Amazon, Temu, Zalando, AliExpress, eBay, Nike, Etsy, Vinted, H&M, Uniqlo
- Beauty: Notino führt, gefolgt von Marken wie Oriflame, Rituals, Douglas, The Ordinary etc.
- Luxury: Marken wie Swarovski, Farfetch, Moncler, Ssense und auch Uhrenhersteller wie Tissot, Tag Heuer sind prominent vertreten.
Bedeutung der Ergebnisse
- Marktplätze dominieren weiter: Mehr als die Hälfte des grenzüberschreitenden GMV entfällt auf Plattformen, nicht reine Einzelhändler. Für Marken und Hersteller heißt das: Distribution über Marktplätze ist unerlässlich.
- Re-Commerce wächst schnell: Konsumenten setzen verstärkt auf Wiederverkauf / Second-Hand. Das Segment wächst laut Bericht bis 2026 weiter. Nachhaltigkeit wird damit immer mehr zur Geschäftsstrategie, nicht nur zu einem Marketing-Argument.
- Online-Luxus & Beauty überdurchschnittlich digitalisiert: Der Luxusbereich hat den höchsten Onlineanteil – eine starke Entwicklung. Marken mit Premiumpositionierung profitieren offenbar stärker vom Trend zu digitalem Kaufverhalten.
- Cross-Border Business wird zentraler Erfolgsfaktor: Unternehmen, die nicht nur lokal, sondern europaweit oder international verkaufen, haben heute deutliche Wettbewerbsvorteile – größere Reichweite, bessere Nutzung von Skaleneffekten, Zugriff auf Märkte mit höherer Zahlungsbereitschaft.

Chancen & Herausforderungen für Händler:innen
Chancen
- Reichweitensteigerung durch Präsenz auf/in mehreren Märkten.
- Einsparungen durch optimierte Logistik und Steuerung von Retouren über Ländergrenzen.
- Differenzierte Positionierung: Luxus, Beauty, nachhaltige Mode können Premium-Preise erzielen.
- Nutzung von C2C/Re-Commerce als Ergänzung zum Hauptgeschäft – neue Zielgruppen erschließen.
Herausforderungen
- Komplexität von Zoll, Steuern, Rücksendungen in unterschiedlichen Ländern.
- Lokalisierung (Sprache, Zahlungsarten, Kundenservice) wird entscheidend.
- Nachhaltigkeitsanforderungen steigen – Transparenz in Lieferketten, Materialangaben und Circularity werden erwartet.
- Konkurrenz durch globale Plattformen mit sehr großem Sortiment & starkem Cross-Border-Know-how (Shein, Temu etc.).
Fazit
Das CBCommerce Ranking der Top 500 zeigt: Cross-Border-Fashion, Beauty & Luxury sind auf der Überholspur. Händler:innen, Marken und Plattformen, die jetzt hybride Strategien verfolgen (Marktplatz + eigene Shops, Re-Commerce einbinden, lokalisieren, nachhaltig agieren), haben beste Chancen, sich in diesem Umfeld zu behaupten.
