Das Landgericht Berlin hat am 19. Juni 2025 ein Urteil gegen die Immobilienplattform Immobilienscout24 gefällt. Grund waren irreführende Werbeaussagen sowie Verstöße gegen den Datenschutz.
Hintergrund des Verfahrens
- Verbraucherschützer hatten Immobilienscout24 verklagt, weil Abo-Angebote nicht ausreichend transparent dargestellt wurden. Nutzer:innen hätten nicht klar erkennen können, dass es sich um kostenpflichtige, automatisch verlängerte Verträge handelt.
- Zudem kritisierten die Kläger datenschutzrechtliche Mängel, insbesondere beim Umgang mit sensiblen Verbraucherinformationen.
Entscheidung des Gerichts
Das LG Berlin bestätigte die Vorwürfe und entschied:
- Immobilienscout24 darf die beanstandete Werbung für Premium-Pakete in der bisherigen Form nicht weiter betreiben.
- Bei der Datenverarbeitung müssen künftig strengere Vorgaben eingehalten werden, um den Anforderungen der DSGVO gerecht zu werden.
- Verstöße können künftig mit Ordnungsgeld oder weiteren gerichtlichen Maßnahmen sanktioniert werden.
Bedeutung des Urteils
- Für Verbraucher:innen: Das Urteil stärkt Transparenz bei Online-Abos und schützt vor versteckten Kosten.
- Für Plattformen: Unternehmen im digitalen Handel müssen ihre Vertragsinformationen klarer kennzeichnen und datenschutzkonforme Prozesse sicherstellen.
- Für die Branche: Das Urteil könnte Signalwirkung haben, da viele Plattformen auf ähnliche Abo-Modelle setzen.
Fazit
Das Urteil gegen Immobilienscout24 zeigt einmal mehr, dass Gerichte strenge Maßstäbe bei Transparenz und Datenschutz im Onlinehandel anlegen. Für Plattformbetreiber ist es ein Weckruf: Klare Information und DSGVO-konformer Umgang mit Daten sind Pflicht – sonst drohen Abmahnungen, Klagen und gericht
