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Verbraucherschützer klagen gegen DHL: Nachbarschaftszustellung im Visier

Verbraucherschützer ziehen gegen DHL vor Gericht: AGB-Klauseln erlauben Nachbarschaftszustellungen ohne Zustimmung. Das OLG Köln muss nun über die Rechtmäßigkeit entscheiden.
Los Angeles, California, USA - 15 March 2020: Deutsche Post DHL Group icon on website page. Dpdhl.com logo visible on display screen, Illustrative Editorial.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat beim Oberlandesgericht Köln Klage gegen die Deutsche Post AG eingereicht. Grund sind Klauseln in den AGB von DHL, die es dem Paketdienst ermöglichen, Sendungen ohne ausdrückliche Zustimmung beim Nachbarn oder Hausbewohner:innen abzugeben.

Worum geht es konkret?

In den AGB heißt es, dass DHL Pakete, die nicht direkt zugestellt werden können, an „Ersatzempfänger“ aushändigen darf – darunter ausdrücklich Nachbar:innen. Ausnahmen gelten lediglich für bestimmte Express- oder identitätsgeprüfte Sendungen.

Die Verbraucherschützer kritisieren, dass diese Klausel gegen gesetzliche Vorgaben verstößt:

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  • Kund:innen hätten keine ausreichende Wahlfreiheit, ob ihre Pakete bei Nachbar:innen landen dürfen.
  • Sensible Sendungen könnten dadurch in falsche Hände gelangen.
  • Die Klausel benachteilige Verbraucher unangemessen, da eine stillschweigende Zustimmung unterstellt werde.

Rechtlicher Hintergrund

Seit Jahren gibt es Streit darüber, ob eine generelle Ersatzzustellung beim Nachbarn zulässig ist. Zwar erlaubt die Post-Universaldienstleistungsverordnung in bestimmten Fällen eine Nachbarschaftszustellung, jedoch nur unter engen Bedingungen und nicht als Standardregel in den AGB.

Bedeutung für Verbraucher:innen und Händler

  • Verbraucher: hätten mehr Kontrolle, wo ihre Sendungen tatsächlich landen.
  • Händler: könnten von klareren Zustellprozessen profitieren, da weniger Beschwerden über verschwundene oder fehlgeleitete Pakete auftreten.
  • DHL: müsste im Falle einer Niederlage seine AGB anpassen und könnte dadurch organisatorisch stärker belastet werden.

Ausblick

Das Gericht wird klären müssen, ob DHL die umstrittene Klausel künftig weiter verwenden darf. Ein Urteil hätte Signalwirkung für die gesamte Paketbranche, da ähnliche Regelungen auch bei anderen Zustelldiensten üblich sind.

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