Der Online-Handel in den fünf größten europäischen Märkten Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich wächst laut McKinsey bis 2029 jährlich um 6 Prozent und könnte ein Volumen von 600 Milliarden Euro erreichen. Treiber dieses Wachstums ist vor allem der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI), die sich vom Empfehlungsalgorithmus zum eigenständigen Einkäufer entwickelt.
KI als aktiver Teilnehmer im Kaufprozess
Kund:innen delegieren immer häufiger Aufgaben wie Produktsuche, Nachbestellungen oder Warenkorbbestückung an KI-Agenten, die Absichten interpretieren und mehrstufige Aktionen ausführen. Bereits 38 Prozent der europäischen Konsument:innen nutzen generative KI zur Produktrecherche. Bis 2030 könnten weltweit drei bis fünf Billionen US-Dollar Einzelhandelsumsatz über solche agentischen Commerce-Modelle generiert werden.
Wachstum, Marge und Effizienz durch KI
Unternehmen, die KI-Bots im direkten Kundenkontakt einsetzen, berichten von Conversionraten, die über 50 Prozent höher liegen als bei regulären Kanälen. KI-gestützte Pricing-Algorithmen verbessern Bruttomargen um zwei bis fünf Prozentpunkte, während Sortimentsmodelle Fehlbestände um 15 bis 30 Prozent reduzieren. In der Lieferkette sparen Händler Lagerkosten von 10 bis 20 Prozent ein und senken Fehlbestände bei gleichzeitig verbessertem Service.
Retail Media als wichtiger Ertragsmotor
Der Bereich Retail Media gewinnt an Bedeutung, da Einzelhändler Kundendaten bündeln und ein profitables Werbegeschäft aufbauen. Retail-Media-Margen können bis zu zehnmal höher sein als Kernhandelsmargen und finanzieren weitere Digital- und KI-Investitionen.
Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg
Unternehmen müssen ihre Infrastruktur „agentenfähig“ gestalten, indem Produktdaten, Preise, Verfügbarkeit und Liefersignale strukturiert und in Echtzeit für KI-Agenten zugänglich gemacht werden. Arbeitsschritte sollten so organisiert sein, dass KI-Erkenntnisse systematisch umgesetzt werden, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
