Der Hundebedarf-Händler Schecker hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das zuständige Amtsgericht Aurich hat dem Antrag zugestimmt. Trotz des Verfahrens läuft der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weiter, Bestellungen werden weiterhin angenommen und ausgeliefert. Von der Sanierung sind knapp 100 Beschäftigte betroffen.
Traditionsunternehmen setzt auf Sanierung statt Stillstand
Schecker gehört seit Jahrzehnten zu den bekannten Anbietern für Hundebedarf in Deutschland. Das 1961 gegründete Unternehmen vertreibt Hundefutter, Snacks, Pflegeprodukte sowie Zubehör für Hunde und ist vor allem im Onlinehandel aktiv.
Mit dem Insolvenzantrag verfolgt das Unternehmen das Ziel, den laufenden Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und gleichzeitig eine wirtschaftliche Neuaufstellung umzusetzen. Die bestehende Geschäftsführung bleibt im Amt und steuert den Sanierungsprozess weiterhin selbst. Das Verfahren erfolgt unter Aufsicht eines vom Gericht bestellten vorläufigen Sachwalters.
Nach Unternehmensangaben können Kundinnen und Kunden den Online-Shop weiterhin wie gewohnt nutzen. Auch Versand und Zahlungsabwicklung laufen unverändert weiter.
Gericht bestätigt Eigenverwaltung
Das Amtsgericht Aurich hat den Antrag auf Eigenverwaltung bestätigt. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Christian Hanken bestellt. Seine Aufgabe besteht darin, den Sanierungsprozess im Interesse der Gläubiger zu überwachen.
Die operative Leitung verbleibt bei den Geschäftsführern Vicki Janssen und Ralf Bents. Unterstützt werden sie von den Sanierungsexperten Christin Malsch und Dr. Hendrik Nowak als Generalbevollmächtigte.
Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung unterscheidet sich von einer klassischen Insolvenz dadurch, dass die Unternehmensführung ihre Aufgaben grundsätzlich selbst weiter wahrnimmt und die Restrukturierung eigenständig umsetzt.
Digitale Weiterentwicklung und Sortiment im Fokus
Im Rahmen der Sanierung plant Schecker mehrere Maßnahmen zur Neuausrichtung des Unternehmens. Dazu gehören unter anderem:
- stärkere Konzentration auf margenstarke Produkte
- Ausbau der digitalen Angebote
- Einführung personalisierter Kundenangebote
- Ausbau kanalübergreifender Kundenbindungsprogramme
- stärkere Omnichannel-Ausrichtung
Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu verbessern und zusätzliche Umsätze über digitale Vertriebskanäle zu erzielen.
Wettbewerbsdruck im Heimtiermarkt nimmt zu
Der Markt für Heimtierbedarf hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Während die Branche während der Pandemie von einer hohen Nachfrage profitierte, stehen viele Anbieter inzwischen unter erheblichem Wettbewerbsdruck.
Insbesondere große Handelsketten und internationale Online-Plattformen dominieren zunehmend den Markt. Gleichzeitig verändern sich Kundenverhalten, Sortimentsanforderungen und Kostenstrukturen. Mittelständische Spezialhändler stehen dadurch vor der Herausforderung, sich im Wettbewerb erfolgreich zu behaupten.
Über 60 Jahre Unternehmensgeschichte
Schecker beschäftigt am Unternehmenssitz im ostfriesischen Südbrookmerland knapp 100 Mitarbeitende und bietet nach eigenen Angaben mehr als 4.000 Produkte rund um den Hund an. Neben dem eigenen Online-Shop vertreibt das Unternehmen seine Produkte auch über weitere Vertriebskanäle und beliefert Kunden in mehreren europäischen Ländern.
Ausblick
In den kommenden Monaten soll ein Sanierungsplan ausgearbeitet werden, über den die Gläubiger entscheiden. Bis dahin bleibt der Geschäftsbetrieb bestehen und der Online-Shop setzt den Verkauf nach Unternehmensangaben ohne Einschränkungen fort.
Quelle: Pressemitteilung Pressebox, 23. Juni 2026