Canva baut seine Organisation grundlegend um. Vom Canva Stellenabbau sind 1.271 Beschäftigte betroffen, wie Mitgründerin und CEO Melanie Perkins am 3. November in einer Nachricht an die Belegschaft mitteilte. Das entspricht 22 Prozent der Mitarbeitenden. Für einen Teil ändern sich die Aufgaben oder sie sollen an zentrale Standorte umziehen. Andere müssen das Unternehmen dagegen verlassen. Wie viele der Betroffenen tatsächlich gehen müssen, nennt Canva laut Retail-News nicht.
„Dies ist ohne Zweifel der schwerste Moment in unserer 13-jährigen Geschichte“, schreibt Perkins (übersetzt).
Gründe für den Canva Stellenabbau
Als Grund nennt Perkins den schnellen Wandel durch neue Technologien. Denn diese verändern laut Canva, was Menschen gestalten, wie sie es tun und was sie von Produkten erwarten. Außerdem sei dieses Jahr das bisher schwerste für das Unternehmen gewesen: Das Wachstum habe sich erstmals seit einem Jahrzehnt verlangsamt. Kleine Änderungen reichen laut Perkins deshalb nicht aus. Canva wolle zu kleinen Teams mit mehr Entscheidungsfreiheit zurückkehren.
Drei Änderungen in der Organisation
Mit dem Canva Stellenabbau verbindet das Unternehmen drei Umbauten:
- Eine Produktorganisation: Die Bereiche Product, Growth und Platform werden zusammengelegt. Das soll Übergaben reduzieren und klarere Verantwortung schaffen.
- Weniger Spezialisierung, weniger Ebenen: Enge Spezialrollen gehen in breitere Rollen auf. Zudem werden Managementebenen verringert und überschneidende Zuständigkeiten zusammengeführt.
- Mehr Arbeit vor Ort: Sydney wird Hauptstandort für weitere Produktteams und andere Bereiche. Hybride Beschäftigte sollen ab Januar meist zwei bis drei Tage pro Woche im Büro arbeiten.
Canva Stellenabbau: Abfindung und Unterstützung
Für Beschäftigte, die durch den Canva Stellenabbau das Unternehmen verlassen, kündigt das Unternehmen diese Leistungen an:
- mindestens sechs Monatsgehälter inklusive gesetzlicher Ansprüche, unabhängig vom Land
- Wegfall der einjährigen Sperrfrist für Aktienoptionen bei allen, die im vergangenen Jahr angefangen haben
- zwölf Monate Krankenversicherung in Ländern, in denen Canva diese bisher stellt
- zwölf Monate Zugang zum Beratungsprogramm Canva Care, auch für Familienangehörige
- Karrierecoaching, Interviewtraining und ein Jahr LinkedIn Premium
- ein freiwilliges Alumni-Verzeichnis, das Canva mit Investoren und Partnern teilt
- die dienstlichen MacBooks dürfen behalten werden
Zusätzlich startet Canva den Canva Collective Fund. Ausscheidende können damit 10.000 US-Dollar für eigene Projekte erhalten, etwa eine Gründung oder ein gemeinnütziges Vorhaben. Anmelden können sie sich bis zum 14. Dezember. Canva beansprucht laut Perkins keine Anteile an den Projekten.
Wie es weitergeht
Zunächst erhalten die Betroffenen Einzelgespräche mit Führungskräften aus ihrem Bereich. Weil Canva Teams in 37 Ländern beschäftigt, richten sich Ablauf und Zeitpunkt nach den jeweiligen lokalen Vorgaben. Außerdem ist am 10. November eine Betriebsversammlung für das ganze Unternehmen geplant, ab dem 11. November folgen Treffen in den einzelnen Bereichen.
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Quellen: Canva Newsroom, 03.11.2026; Retail-News, 04.11.2026