DHL verlangt 2,99 Euro für den zweiten Zustellversuch

DHL berechnet Händlern künftig 2,99 Euro für einen zweiten Zustellversuch. Der bevh kritisiert die neue Gebühr.
DHL zweiter Zustellversuch: DHL-Zusteller mit Paket am Lieferwagen DHL zweiter Zustellversuch: DHL-Zusteller mit Paket am Lieferwagen
Foto: DHL

DHL führt für Geschäftskunden eine Gebühr für den zweiten Zustellversuch ein. Händler zahlen künftig 2,99 Euro, wenn DHL nach einer gescheiterten Zustellung ein zweites Mal liefert, etwa weil der Empfänger nicht zu Hause war. Das berichtet Ecommerce News. Bisher war der zweite Zustellversuch im Standardservice enthalten.

Neue Gebühren und Services für Händler

Laut Ecommerce News kommen noch weitere Zusatzleistungen hinzu:

  • Zweiter Zustellversuch: 2,99 Euro pro Sendung
  • Sperre für Packstationen: 1,69 Euro pro Sendung, etwa für temperaturempfindliche Lebensmittel
  • Sofortige Rücksendung solcher Waren: 4,50 Euro pro Sendung

Neben der Gebühr für den zweiten Zustellversuch ändert sich noch mehr: Verderbliche Waren werden nach einem gescheiterten ersten Zustellversuch nicht mehr in einer Filiale oder Packstation gelagert. Für wertvolle Waren soll ein Einmalcode nötig werden. Jede Person im Haushalt, die den Code vorzeigt, kann das Paket dann annehmen.

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Außerdem plant DHL laut Bericht einen sogenannten synthetischen Abholscan. Er soll Händler vor Nachteilen schützen, wenn es in Paketzentren zu Engpässen kommt. Denn große Übergabemengen führen laut Ecommerce News zu verspäteten Sendungsdaten und dadurch zu ungerechtfertigten Strafen bei eBay und Amazon. Die Änderungen gelten zunächst nur für Kunden in Deutschland.

Kritik vom bevh an der Gebühr für den zweiten Zustellversuch

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) kritisiert die neue Gebühr. „DHL ist als Dienstleister für deutsche Onlinehändler unverzichtbar“, sagt Juri Schütt, Public Affairs Officer beim bevh, laut Ecommerce News (übersetzt). Die Gebühr weiche jedoch vom Kernversprechen einer zuverlässigen Zustellung an die Haustür ab. Zudem könnten Händler nicht prüfen, ob der gescheiterte Zustellversuch tatsächlich am Kunden lag.

Briefporto steigt zum 1. Januar 2027

Schon im Oktober hatte die Deutsche Post neue Briefpreise angekündigt. Laut Pressemitteilung vom 20. Oktober steigt der Standardbrief zum 1. Januar 2027 von 0,95 auf 1,15 Euro, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur. Der Großbrief kostet dann 2,35 Euro statt 1,80 Euro, der Maxibrief 5,00 Euro statt 2,90 Euro. Päckchen erhalten automatisch Sendungsverfolgung und eine Haftung bis 20 Euro.

Für Geschäftskunden kündigte die Post außerdem an, dass ab Frühjahr 2027 Pakete direkt an eine Packstation geliefert werden können, ohne Registrierung oder Postnummer. Die Preise für Geschäftskundenpakete werden ebenfalls angepasst, die Kunden werden darüber laut Mitteilung individuell informiert.

Mehr dazu: Briefporto 2027: Post plant Rekordanstieg auf 1,15 Euro.

Quellen: Ecommerce News, 03.11.2026; Deutsche Post / DHL Group, Pressemitteilung, 20.10.2026

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