Die Europäische Kommission hat die JD.com Ceconomy Übernahme genehmigt, allerdings unter Auflagen. Das teilte die Kommission am 3. November in einer Pressemitteilung mit. Geprüft wurde der Kauf der MediaMarkt- und Saturn-Mutter nach der Verordnung über drittstaatliche Subventionen. Laut Retail-News war das die letzte offene regulatorische Hürde. Der Eigentümerwechsel soll in den nächsten Tagen erfolgen.
Was die Kommission festgestellt hat
Im Zuge der Prüfung der JD.com Ceconomy Übernahme stellte die Kommission fest: JD.com erhielt von der Volksrepublik China Subventionen in Form von Vorzugsfinanzierungen, Steueranreizen und Zuschüssen. Diese seien laut Kommission geeignet, den EU-Binnenmarkt zu verzerren. Außerdem hätten die Subventionen zum Aufbau der Logistik- und Technikkapazitäten beigetragen, die CECONOMY nach dem Zusammenschluss zur Verfügung stünden. Deshalb könnten JD.com und CECONOMY Tätigkeiten im Binnenmarkt finanzieren und aggressive Preise zum Nachteil anderer Marktteilnehmer durchsetzen.
Auflagen für die JD.com Ceconomy Übernahme
Um die Bedenken auszuräumen, haben die Unternehmen diese Zusagen gemacht:
- Geschäfte innerhalb der Gruppe, auch Finanzierungen von JD.com für CECONOMY, laufen zu Marktbedingungen.
- JD.com bietet seine Lager- und Logistikdienstleistungen anderen Händlern zu den gleichen Bedingungen an wie CECONOMY.
- Das gilt auch für die technologischen Dienstleistungen von JD.com.
Zudem wurden die Zusagen nach einem Markttest mit Rückmeldungen von Wettbewerbern laut Kommission nachgeschärft. Sie gelten nun für zehn Jahre. Ein unabhängiger Treuhänder überwacht die Umsetzung unter Aufsicht der Kommission.
„Verbraucher profitieren von Wettbewerb im Einzelhandel und im elektronischen Handel und gleichen Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen“, sagt Teresa Ribera, Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission. Die Zusagen würden demnach unter anderem eine Quersubventionierung der Tätigkeiten in Europa verhindern.
Was CECONOMY und JD.com planen
Nach der JD.com Ceconomy Übernahme will CECONOMY laut Retail-News seine bisherige Strategie fortsetzen, die operative Verantwortung bleibt beim Vorstand. Dabei sieht der neue CEO Remko Rijnders vor allem Chancen im Omnichannel-Geschäft, also in einer engeren Verbindung von Filialen, Onlinehandel und Services. JD.com-CEO Sandy Xu betont laut Bericht die langfristige Entwicklung des Europageschäfts. Geschäftsmodell, Mitarbeiterinteressen und Marken sollen erhalten bleiben.
Nach dem Abschluss sollen außerdem gemeinsame Teams an einem größeren Sortiment, schnelleren Lieferungen und neuen Technologien arbeiten. CECONOMY beschäftigt laut Retail-News rund 50.000 Menschen und betreibt mehr als 1.000 Märkte unter MediaMarkt, MediaWorld und Saturn. Übrigens hatten zuvor bereits Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich die Übernahme in nationalen Investitionsprüfungen genehmigt.
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Quellen: Europäische Kommission, IP/26/2300, 03.11.2026; Retail-News, 03.11.2026