Die Bundesnetzagentur meldet für das Jahr 2025 einen starken Anstieg der Schlichtungsanträge im Bereich Post- und Telekommunikationsdienste. Insgesamt gingen 10.328 formelle Anträge ein, davon 4.804 im Postsektor – ein Zuwachs von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 75 Prozent der Post-Anträge bezogen sich auf Probleme bei der Paketzustellung, wobei DHL/Deutsche Post als Marktführer besonders häufig im Fokus stand.
Hauptgründe für Beschwerden
Die meisten Beschwerden betrafen verlorene oder beschädigte Pakete, Probleme mit Ablagevereinbarungen und mangelhafte Verpackungen. Trotz des Anstiegs bleibt die Zahl der Schlichtungsfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der zugestellten Pakete gering: Auf über eine Million Pakete kommt statistisch weniger als ein Schlichtungsantrag.
Einigungsquote und Verfahrensdauer
Die Einigungsquote lag bei rund 37 Prozent, ähnlich wie im Vorjahr. Die durchschnittliche Verfahrensdauer betrug 113 Tage. Ablehnungen erfolgten meist aufgrund fehlender Zuständigkeit oder nicht eingehaltenen Verfahrensvoraussetzungen.
Telekommunikationsbereich mit Verdopplung der Anträge
Im Telekommunikationssektor verdoppelte sich die Zahl der Schlichtungsanträge auf 5.524. Hauptthemen waren Vertragsstreitigkeiten, technische Störungen, Rechnungsbeanstandungen und Probleme mit Datenverbindungen. Hier wurden in 1.274 Fällen Einigungen erzielt.
Bedeutung der Schlichtungsstellen
Die Bundesnetzagentur sieht den Anstieg der Anträge als Zeichen für ein wachsendes Bedürfnis nach außergerichtlicher Streitbeilegung. Verbraucher:innen nutzen die Schlichtungsstellen zunehmend als unkomplizierte Alternative zu langwierigen Gerichtsverfahren.