GS1 setzt Leitlinien für den Digitalen Produktpass – rechtzeitige Orientierung für Unternehmen

GS1 Germany hat einen vorläufigen Standard für den Digitalen Produktpass vorgestellt: Er regelt Identifikation, Datenträgernutzung und Interoperabilität, um Unternehmen rechtssicher und nachhaltig für die EU-Regelungen ab 2027 vorzubereiten.
Foto: GS1 Germany Foto: GS1 Germany
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GS1 Germany hat einen vorläufigen Standard für den Digitalen Produktpass (DPP) vorgestellt. Er dient Unternehmen zur rechtssicheren Umsetzung der kommenden EU-Anforderungen aus der Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR). Ziel ist es, gesetzliche Vorgaben zur Nachhaltigkeit, Transparenz und Kreislaufwirtschaft bereits heute praktikabel und interoperabel umzusetzen.

So sieht der Standard aus

  • Eindeutige Identifikation: Verwendung etablierter GS1-Standards, z. B. GTIN, Digital Link, ermöglicht eine nationale und internationale Wartbarkeit und Verfolgbarkeit.
  • Datenträgerwahl flexibel: QR-Codes, RFID oder andere 2D-Verfahren können je nach Produktkategorie eingesetzt werden und führen zum digitalen DPP.
  • Interoperabilität gewährleistet: Der DPP folgt offenen, global einsetzbaren Standards – ein QR-Code funktioniert in Europa ebenso wie in Asien oder den USA.
  • Praktische Beispiele enthalten: Anwendungsszenarien aus Unterhaltungselektronik und Möbelindustrie zeigen, wie Hersteller Ersatzteile über den DPP eindeutig kennzeichnen oder QR-Codes zur Datenanbindung nutzen.
  • Investitionsschutz & Zukunftssicherheit: Mit dem Standard lässt sich die Infrastruktur bereits heute aufbauen und später ohne Brüche anpassen.

Rechtlicher Hintergrund

  • Die ESPR ist seit Juli 2024 in Kraft und definiert den digitalen Produktpass als entscheidendes Element, um Kreislaufziele der EU zu erreichen.
  • Der DPP wird verpflichtend ab 2027 für bestimmte Produktgruppen, etwa Batterien, Textilien und Elektronik.
  • Er ergänzt und stärkt Produkteinfos im Einklang mit der General Product Safety Regulation (GPSR) – z. B. technische Dokumentation, Risikobewertungen, Herstellerdaten.

Bedeutung für Handel & Marken

Für Händler:innen und Hersteller:innen bietet der GS1-DPP-Standard essentielle Orientierung:

  • Frühaufbau von Prozessen: Datenmanagement, Supply Chain und IT-Anbindung lassen sich frühzeitig strukturieren – inklusive Anbindung von ERP, PIM und PLM-Systemen.
  • Kreislaufwirtschaft unterstützen: Etablierte DPPs ermöglichen Reparatur, Wiederverkauf und Recycling – neue Geschäftsmodelle werden einfacher umsetzbar.
  • Verbrauchervertrauen stärken: Transparenz entlang des Lebenszyklus hilft beim Markenaufbau und bei nachhaltiger Differenzierung.
  • Global kompatibel bleiben: Unternehmen mit globaler Ausrichtung können die Standards ohne Anpassung einsetzen – Fehlentwicklungen lassen sich frühzeitig vermeiden.
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