Nach der Sanicare-Insolvenz hat die Versandapotheke einen neuen Betreiber. Wie Retail-News berichtet, übernimmt Dirk Düvel, Inhaber der Versandapotheke Besamex, die Marken- und Domainrechte von Sanicare, Aliva und Homöopathiefuchs. Laut t-online wird Sanicare seit dem 1. November von dem neuen Unternehmen geführt. Einen Kaufpreis nannten die Beteiligten nicht.
Den Käufer hatte Hans Fritsche, Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht bei der Kanzlei Buchalik Brömmekamp, gegenüber APOTHEKE ADHOC zunächst nicht genannt, weil die Zustimmung des Gläubigerausschusses noch ausstand. Fritsche berät Sanicare im Verfahren. „Das ist ein Erfolg“, sagt er laut APOTHEKE ADHOC. Es habe rund zehn Interessenten gegeben.
Was nach der Sanicare-Insolvenz bleibt
Die beiden Vor-Ort-Apotheken in Bad Laer bleiben bei den bisherigen Gesellschaftern Christoph Bertram und Heinrich Meyer. Dort arbeiten laut APOTHEKE ADHOC rund 30 Angestellte. Fritsche zufolge fällt keine Vor-Ort-Apotheke weg. Die Dachmarke Sanicare bleibt bestehen und soll langfristig fortgeführt werden.
Die Sanierung der bisherigen Betreibergesellschaft ist laut Retail-News allerdings noch nicht abgeschlossen. Käufer Düvel betreibt mehrere Apotheken unter dem Dach „Wir leben Apotheken“. Besamex ist seit 2004 im Versandhandel aktiv und verfügt über eine eigene Infrastruktur für Bestellabwicklung und Logistik. Diese soll künftig auch Sanicare nutzen. Wie viele Arbeitsplätze außerhalb der Vor-Ort-Apotheken langfristig gesichert sind, ist laut Retail-News offen.
Webshop war mehrere Tage offline
Während der Übergabe war der Sanicare-Shop mehrere Tage nicht erreichbar. „Das hing damit zusammen, dass er auf die neue Infrastruktur des Investors umgestellt wurde“, erklärt Fritsche laut APOTHEKE ADHOC. Ab dem 2. November sollten Kunden wieder bestellen können. Zum Neustart gibt es einen 10-Euro-Gutschein, der im November eingelöst werden kann. Kunden mit Sanicare-Konto können dieses laut t-online behalten, müssen die Übernahme aber auf der Website bestätigen.
Hintergrund der Sanicare-Insolvenz
Die BS-Apotheken OHG, Betreiberin von Sanicare, hatte am 15. Juli 2026 beim Amtsgericht Osnabrück ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das berichtete Retail-News im Juli. Als Gründe nannte das Unternehmen sinkende Umsätze und hohe Investitionen in die technische Infrastruktur.
Laut APOTHEKE ADHOC belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 14 Millionen Euro. Außerdem sei das Firmengeflecht ineffizient gewesen, und der Webshop war IT-seitig teilweise veraltet. Vor der Sanicare Insolvenz beschäftigte die Gruppe insgesamt 225 Menschen und zählte rund 1,6 Millionen Kundinnen und Kunden. Die BS-Apotheken OHG meldete laut Retail-News für 2025 einen Umsatz von rund 80 Millionen Euro. Als nächsten Schritt planen die Beteiligten einen Insolvenzplan, der das Verfahren beenden soll.
Sanicare war 2004 in den Versandhandel eingestiegen und hatte bereits 2012 ein Insolvenzverfahren durchlaufen. Zu den großen Wettbewerbern zählt Retail-News Redcare Pharmacy und DocMorris.
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Quellen: Retail-News, 02.11.2026; APOTHEKE ADHOC (Carolin Ciulli), 02.11.2026; t-online (Amy Walker), 02.11.2026; Retail-News, 23.07.2026