KI aus Deutschland: 96 Prozent der Firmen wollen sie, aber nicht teurer

96 Prozent der Unternehmen würden lieber KI aus Deutschland nutzen. Mehr zahlen wollen 64 Prozent dafür aber nicht, zeigt eine Bitkom-Umfrage.
KI aus Deutschland: Besprechung im Büro mit Laptop (Symbolbild) KI aus Deutschland: Besprechung im Büro mit Laptop (Symbolbild)
Foto: Headway / Unsplash

Unternehmen in Deutschland wünschen sich KI aus Deutschland, wollen dafür aber nicht mehr bezahlen. Das zeigt eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom, die zum Start des Digital-Gipfels der Bundesregierung am 2. November veröffentlicht wurde. Demnach würden 96 Prozent der Unternehmen bevorzugt KI-Anwendungen deutscher Anbieter nutzen. Allerdings wären 64 Prozent nicht bereit, dafür Nachteile wie höhere Preise oder einen geringeren Funktionsumfang hinzunehmen.

Nur wenige würden mehr zahlen

Nur 14 Prozent der Unternehmen würden einen solchen Dienst nutzen, wenn er 10 bis 20 Prozent teurer ist. Und 12 Prozent würden länger auf neue Funktionen warten. Gefragt wurde dabei nach einem Dienst, dessen Daten ausschließlich in Deutschland verarbeitet und vor ausländischem Zugriff geschützt werden. Für 87 Prozent spielt das Herkunftsland eines KI-Anbieters bei der Auswahl eine wichtige Rolle.

KI aus Deutschland vorn, USA verlieren

Bei der Frage nach bevorzugten Herkunftsländern zeigt die Umfrage laut Bitkom deutliche Verschiebungen gegenüber dem Vorjahr:

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  • Deutschland: 96 Prozent
  • Frankreich: 46 Prozent (Vorjahr: 38 Prozent)
  • andere EU-Länder: 43 Prozent (Vorjahr: 40 Prozent)
  • USA: 41 Prozent (Vorjahr: 51 Prozent)
  • China: 12 Prozent (Vorjahr: 18 Prozent)

Frankreich liegt damit vor den USA. Laut etailment deuten die Zahlen auf eine stärkere Orientierung hin zu europäischen Anbietern, ohne dass Firmen bei Qualität oder Wirtschaftlichkeit Abstriche machen wollen.

Forderungen an die Politik

Außerdem fordern 97 Prozent der Unternehmen mehr Investitionen in Schlüsseltechnologien. Ebenso viele halten eine Stärkung der digitalen Souveränität für dringend nötig. Und 64 Prozent meinen, Deutschland brauche mehr Hyperscaler, also sehr große Cloud-Anbieter.

„Deutschland und Europa dürfen bei KI nicht nur Anwender sein, wir müssen auch Anbieter werden“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Angebote müssten aber unabhängig vom Standort des Anbieters im Wettbewerb bestehen. „Digitale Souveränität entscheidet sich nicht daran, wo wir KI einkaufen“, so Wintergerst weiter. Entscheidend sei, ob Deutschland Schlüsseltechnologien selbst entwickeln und international positionieren könne.

Für die Umfrage hat Bitkom Research 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten telefonisch befragt, und zwar repräsentativ für die Gesamtwirtschaft. Die Fragen zu den Forderungen an die Politik stammen aus einer zweiten Befragung unter 602 Unternehmen.

Passend dazu: KI-Nation 2030: Bundesregierung setzt Ziele für Wirtschaft und Verwaltung.

Quellen: Bitkom, Presseinformation, 02.11.2026; etailment, 03.11.2026

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