Ein US-Bezirksrichter in Seattle hat am 6. Januar 2026 den Antrag von Amazon abgelehnt, eine Sammelklage wegen Preiswucher während der COVID-19-Pandemie abzuweisen. Die Klage wirft Amazon vor, nicht gegen überhöhte Preise von Drittanbietern auf seiner Plattform vorgegangen zu sein und selbst Preise für wichtige Produkte deutlich erhöht zu haben.
Enorme Preissteigerungen bei Alltagsprodukten
Laut Klageschrift stiegen die Preise für Schmerztabletten um 233 Prozent, Toilettenpapier um 1.044 Prozent, Backpulver um 1.523 Prozent und Gesichtsmasken um 1.800 Prozent. Die Kläger:innen argumentieren, dass Verbraucher:innen aufgrund von Warenknappheit und Gesundheitsvorgaben keine Wahl hatten, als trotz der hohen Preise bei Amazon zu kaufen.
Gericht weist Amazons Argumente zurück
Amazon hatte geltend gemacht, die Verbraucherschutzgesetze des Bundesstaates Washington seien zu vage, um Preiswucher zu erfassen. Der Richter Robert Lasnik bewertete diese Argumentation als „nicht überzeugend“ und ließ die Klage zu.
Bedeutung für Verbraucher:innen und Branche
Steve Berman, Anwalt der Kläger, bezeichnete die Zulassung der Klage als „wichtigen Sieg für Verbraucher“. Die Klage fordert Schadensersatz für Personen, die zwischen Januar 2020 und Oktober 2022 in Washington und anderen Bundesstaaten „unfaire“ Preise für Lebensmittel und Konsumgüter bei Amazon bezahlt haben.
Amazon wird beschuldigt, während der Pandemie nicht gegen offensichtlich rechtswidrige Preise vorgegangen zu sein, wie MarketScreener berichtet.