Ab dem 29. Juni 2026 müssen Händler:innen auf Amazon ihre Bearbeitungszeiten realistisch angeben und sicherstellen, dass diese mit der tatsächlichen Versanddauer übereinstimmen. Andernfalls übernimmt Amazon die Kontrolle über die Versandzeiten. Die Regelung gilt zunächst nur für den US-Markt; eine Ausweitung auf Deutschland ist noch unklar.
Was ändert sich konkret?
Händler:innen können die „Automated Handling Time“ (AHT) aktivieren, bei der Amazon die Bearbeitungszeiten anhand der Versandhistorie automatisch berechnet, oder die Zeiten manuell pflegen. Werden Artikel über 30 Tage hinweg mindestens einen Tag schneller verschickt als angegeben, markiert Amazon den Artikel und gibt 30 Tage Zeit zur Anpassung. Erfolgt keine Anpassung, steuert Amazon die Versandzeiten für 180 Tage und schützt vor negativen Auswirkungen auf die pünktliche Lieferrate.
Gründe für großzügige Bearbeitungszeiten
Viele Händler:innen setzen bewusst Puffer, um positive Überraschungen bei frühzeitiger Lieferung zu ermöglichen, operative Engpässe abzufedern und negative Bewertungen bei der On-Time Delivery Rate zu vermeiden. Amazon argumentiert, dass genauere Lieferzeitangaben den Absatz steigern: Jeder gewonnene Tag bei der Lieferzeit erhöht den Umsatz im Schnitt um fünf Prozent.
Unbeabsichtigte Folgen: Händler wollen langsamer versenden
In der Seller-Community äußern Händler:innen Kritik und kündigen an, künftig bewusst langsamer zu versenden, um nicht bestraft zu werden. Einige planen, Bearbeitungszeiten auf eine Woche zu setzen und Bestellungen erst am letzten möglichen Tag zu versenden.
Ausblick
Ob Amazon auf das Feedback reagiert und die Richtlinie anpasst, bleibt offen. Der Stichtag für die neue Regelung ist der 29. Juni 2026.