Zalando will künftig auch Produkte anderer Onlineshops anbieten, die das Unternehmen selbst nicht verkauft. Das kündigte der Modehändler mit seinen Quartalszahlen am 3. November an. Das neue Angebot heißt Zalando Extended. Erster Partner ist der Möbelhändler Westwing, wie Ecommerce News Europe berichtet.
So funktioniert Zalando Extended
Zalando Extended startet laut Zalando mit komplexen Kategorien wie sperrigen Wohnprodukten. Derzeit leitet Zalando Kunden laut Ecommerce News Europe noch zum jeweiligen Händler weiter, um den Kauf abzuschließen. Ab 2027 soll ein eigener KI-Agent die Bestellung im Partnershop übernehmen. Kunden sollen die Zalando-App dann gar nicht mehr verlassen müssen.
Partnershops profitieren laut Zalando ebenfalls: Weil der KI-Agent die Arbeit übernimmt, erreichen sie die Kunden von Zalando ohne aufwendige technische Anbindung oder Änderungen in der Logistik. Außerdem können sie über das Retail-Media-Geschäft von Zalando werben.
Provisionen als neue Einnahmequelle
Finanzchefin Anna Dimitrova kündigte laut Ecommerce News Europe in der Telefonkonferenz an, dass Zalando an Käufen in externen Shops über Provisionen verdienen will. Wie hoch diese bei Zalando Extended sind und welche Voraussetzungen Partner erfüllen müssen, hat Zalando bisher nicht veröffentlicht.
Mit externen Händlern arbeitet Zalando laut Ecommerce News Europe bereits seit 15 Jahren. Anders als im bestehenden Partnerprogramm verkaufen Händler bei Zalando Extended aber über ihre eigenen Onlineshops. Schon heute wächst bei Zalando vor allem das Partnergeschäft: Das Bruttowarenvolumen von Drittanbietern stieg im Quartal laut Ecommerce News Europe um 18 Prozent, das eigene Handelsgeschäft nur um 3 Prozent. Der Anteil von Partnern am B2C-Bruttowarenvolumen stieg laut Zalando um 2,9 Prozentpunkte auf 33,6 Prozent. Bis 2028 strebt Zalando 40 bis 50 Prozent an. Das Retail-Media-Geschäft wuchs um fast 18 Prozent.
B2B-Geschäft legt kräftig zu
Im dritten Quartal stieg der Umsatz von Zalando um 5,1 Prozent auf 3,17 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT wuchs um 10,6 Prozent auf 107 Millionen Euro. Davon entfielen 42 Millionen Euro auf das B2B-Geschäft, dessen Umsatz um fast 28 Prozent auf 354 Millionen Euro zulegte.
Mehr zu den Zahlen: Zalando Quartalszahlen Q3 2026: Gewinnplus, B2B wächst um 28 Prozent.
Quellen: Zalando, Q3-Ergebnisse, 03.11.2026; Ecommerce News Europe, 05.11.2026