Briefporto 2027: Post plant Rekordanstieg auf 1,15 Euro – Päckchen mit Sendungsverfolgung

Briefporto 2027: Der Standardbrief soll von 0,95 auf 1,15 Euro steigen. Päckchen bekommen Sendungsverfolgung und Haftung bis 20 Euro.
DHL zweiter Zustellversuch: DHL-Zusteller mit Paket am Lieferwagen DHL zweiter Zustellversuch: DHL-Zusteller mit Paket am Lieferwagen
Foto: DHL

Das Briefporto 2027 soll so stark steigen wie noch nie. Die Deutsche Post will den Preis für den Standardbrief zum 1. Januar 2027 von 0,95 Euro auf 1,15 Euro anheben. Damit würde das Porto erstmals die Marke von einem Euro überschreiten. Zugleich ändert die Post die Regeln für Päckchen: Sendungsverfolgung und Haftung sind künftig inklusive.

Briefporto 2027: Das kostet der Versand künftig

  • Standardbrief: 1,15 Euro statt bisher 0,95 Euro. Das entspricht einem Plus von 20 Cent oder rund 21 Prozent.
  • Kompaktbrief: 15 Cent mehr, künftig 1,25 Euro
  • Standardbrief International: 1,45 Euro
  • Midibrief International (bis 500 Gramm): neues Produkt für 3,80 Euro

Auch Postkarten, Groß- und Maxibriefe sowie bestimmte Briefprodukte für Geschäftskunden werden teurer. Konkrete Preise dafür hat die Post bislang nicht genannt. Die neuen Briefpreise sollen zwei Jahre lang gelten.

Briefporto 2027: Bundesnetzagentur muss noch zustimmen

Beschlossen ist das Briefporto 2027 noch nicht, denn die Bundesnetzagentur muss die neuen Entgelte genehmigen. Die Behörde hat für 2027 und 2028 einen Spielraum von 20,35 Prozent vorgeschlagen. Um diesen Wert dürfen die Einnahmen aus dem Briefversand insgesamt steigen. Wie sie die Preise der einzelnen Briefarten innerhalb dieses Rahmens verteilt, legt die Post selbst fest.

Anzeige

Neue Formate für Groß- und Maxibrief

Neben dem Briefporto 2027 ändern sich auch einige Formate. Der Standardbrief bleibt bei einer Höhe von 0,5 Zentimetern, der Kompaktbrief bei einem Zentimeter. Der Großbrief darf dagegen künftig bis zu 3 Zentimeter hoch und bis zu einem Kilogramm schwer sein. Der Maxibrief wird auf bis zu 2 Kilogramm erweitert und erhält größere Maße. Dafür entfällt der nationale Maxibrief mit Zusatzentgelt.

Außerdem wird international der Großbrief ebenfalls auf bis zu ein Kilogramm und 3 Zentimeter erweitert. Der Maxibrief International entfällt.

Päckchen mit Sendungsverfolgung und Haftung

Für Onlinehändler ist neben dem Briefporto 2027 vor allem die Änderung beim Päckchen interessant. Ab Januar sind bei Päckchen innerhalb Deutschlands eine Sendungsverfolgung und eine Haftung bis 20 Euro automatisch enthalten. Im Gegenzug sinkt das Höchstgewicht auf ein Kilogramm. Preise für Päckchen und Pakete von Privatkunden will die Post später bekanntgeben.

Geschäftskunden, die Pakete verschicken, sollen in den kommenden Wochen individuell über ihre neuen Preise zum 1. Januar 2027 informiert werden. Ab dem Frühjahr 2027 können sie ihren Kunden außerdem die Zustellung an eine Packstation anbieten, ohne dass sich die Empfänger vorher registrieren oder eine Postnummer angeben müssen.

So begründet die Post das höhere Briefporto

Die Post verweist auf seit Jahren sinkende Briefmengen bei gleichzeitig steigenden Personal-, Energie- und Sachkosten. Da sich die Kosten für Filialen, Briefkästen und Zustellung auf immer weniger Briefe verteilen, steige der Preis pro Brief. Darüber hinaus investiert der Konzern nach eigenen Angaben jährlich rund eine Milliarde Euro in sein Post- und Paketnetz, unter anderem in Elektrofahrzeuge und Automaten.

„Deshalb sind Preiserhöhungen unvermeidbar“, sagt Nikola Hagleitner, Vorständin für Post & Paket Deutschland. Auch nach der Erhöhung liegt das Porto für den Standardbrief laut Post unter dem europäischen Durchschnitt von 1,52 Euro.

Mehr zum Thema: Deutsche Post ändert Groß- und Maxibriefe ab 2027

Quellen: Onlinehändler News (Händlerbund), 20. Oktober 2026; Der Aktionär, 20. Oktober 2026; VerkehrsRundschau, 20. Oktober 2026

Anzeige
Add a Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert