Die Drogeriekette dm erweitert ihr Online-Angebot und verkauft ab sofort rezeptfreie Medikamente über die zentrale Website. Zum Start umfasst das Sortiment rund 2.500 OTC-Arzneimittel sowie 1.000 Produkte aus dem Bereich Hautkosmetik. Rezeptpflichtige Medikamente werden nicht akzeptiert, betont dm-Geschäftsführer Christoph Werner. Die Auslieferung erfolgt über ein Logistikzentrum in Tschechien.
Kundenwunsch und Sortimentserweiterung
Die Entscheidung basiert auf einer Analyse des Kundenverhaltens: Viele Nutzer:innen suchten bereits online nach rezeptfreien Medikamenten, die dm bislang nicht anbieten durfte. Das neue Angebot ergänzt den bestehenden Gesundheitsbereich mit Nahrungsergänzungsmitteln und reagiert auf die wachsende Nachfrage.
Kritik vom Deutschen Apothekerverband (DAV)
Der DAV warnt vor einer Verunsicherung der Verbraucher:innen durch die verschwimmende Grenze zwischen Apotheken und Drogeriemärkten. Besonders bei akuten Beschwerden wie Schmerzen oder Allergien sei eine fachliche Beratung unerlässlich. Apotheker-Vorsitzender Hans-Peter Hubmann kritisiert, dass hochwirksame Medikamente nicht „marketinggesteuert“ verkauft werden dürften.
Kooperationsansätze und regulatorische Hürden
dm berichtet von positiven Rückmeldungen aus der Apothekenszene und prüft Kooperationsmöglichkeiten, etwa durch Apotheken, die in dm-Märkten präsent sind. Gesetzliche Vorgaben erschweren jedoch eine räumliche Integration von Apotheken in Drogeriemärkte. Auch das Thema Arztkabinen wird beobachtet, mit Blick auf vergleichbare Projekte wie bei Kaufland.
Fazit
Mit dem Start der dm-Apotheke im Online-Bereich betritt dm einen Markt, der traditionell Apotheken vorbehalten ist. Während das Unternehmen auf Kundenbedürfnisse reagiert und Wachstumspotenzial sieht, bleibt die Debatte um Beratungspflichten und Produktsicherheit intensiv.