Die Verbraucherzentrale Niedersachsen verzeichnet vermehrt Beschwerden über Zahlungsdienste wie Klarna und PayPal – insbesondere im Bereich Rechnungskauf. Kund:innen berichten von schwer erreichbarem Support, fehlender Hilfe bei Widerruf oder ausbleibender Lieferung sowie unberechtigten Mahnungen trotz fristgerechter Zahlung, teilweise inklusive nicht gelöschter Mahngebühren.
Rechnungskauf im Fokus
Laut Philipp Rehberg, Finanzexperte der Verbraucherzentrale, stellen sich die Zahlungsdienstleister bei Problemen häufig auf die Seite der Händler, fordern weiterhin Zahlungen und übergeben schnell an Inkassounternehmen. Betroffene sollten unberechtigten Forderungen ausdrücklich widersprechen und vorerst keine Zahlung leisten. Bei Einschaltung eines Inkassounternehmens sollten Einwände direkt an dieses gerichtet werden, etwa per E-Mail.
Unterstützungsmöglichkeiten
Zusätzlich können Beschwerden bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingereicht werden. Die BaFin greift zwar nicht im Einzelfall ein, kann aber bei gehäuftem Beschwerdeaufkommen tätig werden. Wer allein nicht weiterkommt, kann die kostenlose Beratung der Verbraucherzentrale Niedersachsen vor Ort, telefonisch oder per Video nutzen.
Hintergrund
Zahlungsdienstleister wie Klarna und PayPal versprechen reibungslose Bezahlprozesse beim Onlineshopping. Die Realität zeigt jedoch, dass bei Problemen die Kontaktaufnahme oft schwierig ist und nicht immer zu Lösungen führt. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass die Kooperation von Händlern mit Zahlungsdienstleistern keine Garantie für einen reibungslosen Ablauf bietet.

Mohamed Hassan