Ghost Bikes stellt Geschäftsbetrieb ein: Investorensuche gescheitert

Für den Fahrradhersteller Ghost Bikes fand sich kein Investor. Die restlichen Räder gehen en bloc an einen Händler, 53 Beschäftigte sind betroffen.
Ghost Bikes Insolvenz: Mountainbiker auf einem Bergweg (Symbolbild) Ghost Bikes Insolvenz: Mountainbiker auf einem Bergweg (Symbolbild)
Foto: Greg Rosenke / Unsplash

Nach der Ghost Bikes Insolvenz ist das Ende besiegelt: Der Fahrradhersteller aus Waldsassen stellt seinen Geschäftsbetrieb ein. Das berichtet velobiz.de. Im Investorenprozess der Muttergesellschaft Accell Group fand sich für die Ghost-Bikes GmbH keine Lösung, um das Unternehmen fortzuführen.

Investorensuche gescheitert

Das Verfahren zur Ghost Bikes Insolvenz in Eigenverwaltung ist laut velobiz.de seit dem 1. November 2026 eröffnet. Für die Gläubiger lag kein Angebot vor, das eine bessere Verwertungsquote versprach als der geordnete Abverkauf. Deshalb verkauft Ghost die restlichen Fahrräder en bloc an einen nicht genannten Händler. Allerdings: Wie Retail-News ergänzt, sind weder der Käufer noch die Stückzahl oder der Kaufpreis bekannt.

„Dieser Weg ist wirtschaftlich die beste Option; deshalb gehen wir ihn mit“, sagt Sachwalter Dr. Stefan Debus von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen laut velobiz.de. Er will die Umsetzung eng begleiten und auf eine bestmögliche Verwertung der Bestände im Sinne der Gläubiger achten.

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Was die Ghost Bikes Insolvenz für Händler und Mitarbeiter bedeutet

Einzelbestellungen sind ab sofort nicht mehr möglich. Fachhändler können laut Retail-News also keine neuen Räder mehr direkt bei Ghost bestellen. Nach dem Abverkauf des Lagers stellt das Unternehmen den Betrieb in Abstimmung mit den gesicherten Gläubigern vollständig ein. Zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung waren am Standort Waldsassen noch 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Nach der Ghost Bikes Insolvenz ist laut Retail-News außerdem offen, wie es mit Ersatzteilen, Garantieansprüchen und der Marke Ghost weitergeht. Ebenso unklar ist, ob die Marke dauerhaft vom Markt verschwindet.

Über 30 Jahre Mountainbikes aus der Oberpfalz

Klaus Möhwald und Uwe Kalliwoda gründeten Ghost laut velobiz.de 1993 in Waldsassen in der Oberpfalz. Der Hersteller hat sich auf Mountainbikes, Fullys und E-Mountainbikes spezialisiert, die das Unternehmen vor allem über den Fachhandel verkaufte. Bereits 2023 hatte die Accell Group die Ghost-Produktion aus Waldsassen ins Ausland verlagert.

Zur Accell Group gehören beziehungsweise gehörten laut Retail-News auch Marken wie Haibike, Winora, Lapierre und Koga. KKR und ein Investorenkonsortium hatten die Gruppe 2022 übernommen. Als Belastungen für die gesamte Branche nennt Retail-News unter anderem Überkapazitäten nach der Pandemie, volle Lager, schwache Nachfrage, hohe Rabatte und hohe Finanzierungskosten. Welche Gründe bei Ghost konkret den Ausschlag gaben, lässt sich laut Bericht aus den veröffentlichten Informationen nicht ableiten.

Weitere Insolvenzen im Handel: Sanicare-Insolvenz: Besamex-Inhaber Dirk Düvel übernimmt die Versandapotheke.

Quellen: velobiz.de (Markus Fritsch), 02.11.2026; Retail-News, 02.11.2026

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