Stromsteuer: Logistikbranche fordert Senkung auf EU-Mindestniveau

Der DSLV fordert, die Stromsteuer für alle Unternehmen auf das EU-Minimum zu senken. Logistiker zahlen bisher das 41-Fache des begünstigten Industriesatzes.
Stromsteuer Logistik: Elektro-Lkw an einer Ladesäule Stromsteuer Logistik: Elektro-Lkw an einer Ladesäule
Symbolbild – Foto: Netze BW / Unsplash

Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik fordert eine Senkung der Stromsteuer für alle gewerblichen und privaten Verbraucher auf das europäische Mindestniveau. Damit unterstützt der Verband laut Pressemitteilung vom 2. November Vorstöße von Bundeskanzler Friedrich Merz und der Ministerpräsidentenkonferenz. In einem Schreiben fordert der DSLV Bundesfinanzminister Lars Klingbeil auf, die Mittel bereits im Bundeshaushalt 2027 einzuplanen. Über die Forderung zur Stromsteuer in der Logistik berichtet auch Retail-News.

Stromsteuer: Logistik zahlt das 41-Fache

„Bereits 2035 wird die Logistik in Deutschland voraussichtlich mehr Strom benötigen als Stahl- und Chemieindustrie zusammen. Diese Branchen profitieren heute vom begünstigten Stromsteuersatz in Höhe von lediglich 0,05 Cent je Kilowattstunde. Dienstleister wie Logistikunternehmen zahlen dagegen den vollen Regelsatz von 2,05 Cent je Kilowattstunde – das 41-Fache“, sagt DSLV-Präsident Axel Plaß.

Der Strombedarf der Branche wird laut DSLV deutlich steigen, etwa durch E-Lkw, Ladeinfrastruktur, automatisierte Lagertechnik, KI-Anwendungen und Wärmepumpen in Logistikimmobilien. Nach Berechnungen des Instituts für Kraftfahrzeuge der RWTH Aachen könnte der Verbrauch des Logistiksektors bis 2045 auf mehr als das Achtfache des heutigen Werts wachsen.

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120.000 Euro Mehrbelastung für 50 E-Lkw

Wie stark die Stromsteuer die Logistik trifft, rechnet der Verband an einem Beispiel vor. Ein batterieelektrischer Lkw verbraucht bei 100.000 Kilometern im Jahr rund 120 Megawattstunden Strom. Bei einer Flotte von 50 schweren E-Lkw entsteht gegenüber dem EU-Mindeststeuersatz laut DSLV eine Mehrbelastung von rund 120.000 Euro pro Jahr. Besonders spürbar ist die Steuer zudem bei Kühl- und Tiefkühllagern. Würde ein Industrieunternehmen dieselbe Immobilie betreiben, läge der Steuersatz auf dem EU-Mindestniveau.

Außerdem würde eine Entlastung der Logistik laut DSLV auch die Verbraucherpreise dämpfen, weil Lagerung, Umschlag und Transport Teil fast jeder Lieferkette sind.

Stromsteuer Logistik: Bundeshaushalt 2027 als Gradmesser

„Die jüngste Steuerschätzung zeigt, dass zusätzliche Haushaltsmittel verfügbar sind. Der Verweis des Bundesfinanzministers auf fehlende finanzielle Spielräume überzeugt deshalb nicht“, sagt Plaß. Der Bundeshaushalt 2027 werde zum Gradmesser dafür, ob die Koalition ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlöst. Eine verbindliche Finanzierungszusage gibt es laut Retail-News bisher nicht.

Mehr zu Kosten in der Logistik: Plastiksteuer 2027: Über 40 Verbände wehren sich gegen neue Abgabe.

Quellen: DSLV, Pressemitteilung, 02.11.2026; Retail-News, 05.11.2026

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