Claude Duet: Anthropic startet KI-Agenten, der im Hintergrund mitarbeitet

Claude Duet: Anthropic stellt einen KI-Agenten vor, der Postfach, Kalender und Rechnungen im Blick behält. Start vorerst nur in den USA.
Foto: Anthropic Foto: Anthropic
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Anthropic hat mit Claude Duet einen persönlichen KI-Agenten vorgestellt. Er arbeitet rund um die Uhr im Hintergrund, behält Postfach und Kalender im Blick und meldet sich nur, wenn eine Aufgabe erledigt ist oder er eine Entscheidung braucht. Claude Duet startet als Research Preview, also als frühe Testversion.

Verfügbarkeit: zunächst nur in den USA

Zugang gibt es vorerst nur über eine Warteliste und nur für Kunden mit Pro- oder Max-Abo in den USA. Team- und Enterprise-Kunden sind noch nicht dabei, einen Zeitplan nennt Anthropic nicht. Nutzer in Europa haben laut Trending Topics vorerst keinen Zugang.

Claude Duet gibt es als eigene App für iOS und Android sowie im Browser auf claude.ai. Einen Aufpreis verlangt Anthropic nicht. Der Agent verbraucht aber das Nutzungskontingent des Abos, auch für die Prüfungen im Hintergrund. Unter der Haube arbeitet das Modell Claude Opus 5.5.

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Das kann Claude Duet

  • ein tägliches Morgen-Briefing mit dem, was Aufmerksamkeit braucht, und Entwürfen für nächste Schritte
  • wichtige Punkte in Posteingang und Kalender markieren und Antworten zur Freigabe entwerfen
  • unbezahlte Rechnungen finden und Mahnungen entwerfen
  • Gehaltsabrechnungen zur Prüfung vorbereiten und Verträge versandfertig machen
  • Briefings, Präsentationen, Dashboards, Dokumente und Tabellen erstellen sowie Meetings organisieren

Der Agent arbeitet auf einem eigenen Cloud-Computer und greift auf mehr als 6.000 Konnektoren und Plugins zu, darunter Gmail, Slack, Microsoft 365, HubSpot, Stripe, QuickBooks und Shopify. Gedächtnis, Skills und verbundene Apps aus dem Claude-Konto werden übernommen. Gesteuert wird alles in einem einzigen Chatverlauf, per Text oder Sprache.

Claude Duet: Freigaben und bekannte Schwächen

Bevor Claude Duet Nachrichten verschickt, bezahlt, Dokumente unterschreibt oder Daten löscht, muss der Nutzer zustimmen. Wertpapierhandel und Überweisungen zwischen Konten sind laut Berichten komplett gesperrt, auch mit Zustimmung.

Anthropic weist selbst auf Grenzen hin: Der Agent kann einen Verlauf falsch lesen oder die Dringlichkeit falsch einschätzen. Da er die verbundenen Dienste nur alle paar Stunden prüft, kann er Nachrichten zwischen zwei Checks übersehen. Frühe Tester berichteten laut Trending Topics von einem Besichtigungstermin am falschen Tag. Als weiteres Risiko nennt der Bericht Prompt Injections, also versteckte Anweisungen in Webseiten oder Nachrichten. Anthropic setzt dagegen auf abgeschottete Zugangsdaten, Filter für nicht beauftragte Aktionen und ein Bug-Bounty-Programm.

Zielgruppe: Selbstständige und kleine Unternehmen

Mit Rechnungen, Lohnabrechnungen und Verträgen ist Claude Duet vor allem auf Arbeitsabläufe ausgelegt. Über die Pro- und Max-Abos richtet sich der Agent in der ersten Phase eher an Selbstständige und Kleinunternehmen als an Konzerne. Ähnliche Always-on-Agenten haben laut Trending Topics auch OpenAI, Meta und SpaceXSI veröffentlicht.

Neue Details: So schützt Anthropic Claude Duet

Laut heise online arbeitet Claude Duet in einer virtuellen Maschine mit eigenem Browser. Das funktioniert unabhängig davon, ob der Nutzer sein Gerät gerade verwendet. Geschäftliche Einkäufe kann der Agent über Link von Stripe und Shop Pay von Shopify abwickeln. Dafür braucht er jeweils die Bestätigung des Nutzers, und die echte Kartennummer geht nicht an den Händler.

Zum Schutz sensibler Daten setzt Anthropic einen eigenen Klassifikator ein. Er prüft jede Nachricht darauf, ob vertrauliche Daten weitergegeben werden. Kreditkartennummern und staatliche Ausweisnummern gibt Claude Duet grundsätzlich nicht weiter. Ein weiterer Klassifikator soll Aktionen blockieren, die der Nutzer nicht angefordert hat. Wie genau das geprüft wird, sagt Anthropic allerdings nicht.

Red Teams und eine externe Sicherheitsfirma haben laut Anthropic Penetrationstests durchgeführt. Unabhängige Sicherheitsanalysen liegen laut heise jedoch noch nicht vor. Außerdem funktionieren persönliche Aufgaben wie das Buchen von Tickets derzeit noch weniger zuverlässig als berufliche.

Claude Duet im Wettbewerb

Mit Claude Duet tritt Anthropic in einen umkämpften Markt ein. Google hatte im Mai den persönlichen KI-Agenten Spark angekündigt, der inzwischen Tasks heißt. OpenAI bietet mit Dots seit September 2026 dauerhaft laufende Agenten an. Meta meldet für seinen Agenten Muse mehr als 10 Millionen Nutzer in den USA und Kanada. Und Manus hat mit Cue einen Agenten vorgestellt, der eine eigene E-Mail-Adresse, Telefonnummer, digitale Geldbörse und einen eigenen Cloud-Computer erhält.

Wann kommt Claude Duet nach Europa?

Wann Claude Duet in Europa verfügbar sein wird, hat Anthropic bisher nicht mitgeteilt. Laut heise dürften für den Einsatz in der EU die Anforderungen der DSGVO eine Rolle spielen. Denn der Agent greift potenziell auf E-Mails, Kalender, Rechnungen, Mitarbeiterdaten und weitere sensible Informationen zu.

Mehr zum Thema: Claude Mythos: Freigabe in den USA

Quellen: Trending Topics, 21. Oktober 2026; Anthropic (Produktseite Claude Duet), abgerufen am 21. Oktober 2026; heise online, 23. Oktober 2026; Anthropic (Artikel zu Claude Duet)

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