Am Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle (CDG) hat eine großangelegte Kontrolle von rund 200.000 Paketen der Online-Modeplattform Shein begonnen. Die Aktion wird von den französischen Zoll- und Verbraucherschutzbehörden unter Anwesenheit der Minister Amélie de Montchalin und Serge Papin koordiniert. Ziel ist es, die Einhaltung von Zoll-, Steuer- und Produktsicherheitsvorschriften sicherzustellen.
Verdachtsmomente und Fund illegaler Waren
Bei ersten Stichproben wurden zahlreiche Produkte entdeckt, die gegen europäische Vorschriften verstoßen. Darunter befinden sich nicht zugelassene Kosmetika, gefährliche Kinderspielzeuge, Haushaltsgeräte mit technischen Mängeln sowie Fälschungen bekannter Marken. Handelsminister Serge Papin betonte, dass viele Waren in Mengen vorliegen, die auf gewerbliche Nutzung und systematische Umgehung von Importvorgaben hindeuten.
Hintergrund: Verfahren und Sperrung
Die Kontrolle folgt einen Tag nach der Einleitung mehrerer Verfahren gegen Shein auf administrativer und europäischer Ebene. Grund für die Maßnahmen ist ein öffentlicher Skandal um kindliche Sexpuppen, die auf der Plattform angeboten wurden. Die französischen Behörden haben daher Schritte zur vorläufigen Aussetzung von Sheins Aktivitäten eingeleitet. Die Website von Shein ist in Frankreich derzeit nicht erreichbar.
Reaktionen und Forderungen
Shein-Chef Donald Tang sicherte dem französischen Wirtschaftsministerium in einem Schreiben die Einhaltung aller französischen Gesetze zu und kündigte die Entfernung nicht konformer Produkte an. Die französische Regierung und die EU-Kommission fordern strengere Kontrollen und Maßnahmen gegen nicht sichere und illegale Produkte aus Drittstaaten.
Bedeutung für den europäischen Markt
Roissy-CDG ist Europas zweitgrößter Luftfrachtknoten und ein zentraler Umschlagplatz für Onlinehandelspakete aus Asien. Rund 95 % der Pakete aus China, die an französische Endkunden gehen, passieren diesen Flughafen. Die Kontrolle soll die zunehmende Kommerzialisierung privater Paketlieferungen im E-Commerce regulieren und Verbraucher:innen besser schützen.