Der Refurbed Umsatz dürfte 2026 erstmals die Marke von 100 Millionen Euro überschreiten. Das geht aus einer Analyse von Trending Topics hervor. Der Wiener Marktplatz für generalüberholte Elektronik wächst damit weiter kräftig. Gleichzeitig hat Refurbed seine Verluste deutlich reduziert.
GMV und Umsatz: zwei verschiedene Zahlen
Refurbed selbst nennt meist das Bruttowarenvolumen, kurz GMV. Laut CEO Peter Windischhofer ist es im dritten Quartal 2026 um 40 Prozent gewachsen. Hochgerechnet liegt es deshalb erstmals bei über einer Milliarde Euro, wie er auf LinkedIn mitteilte.
Der tatsächliche Umsatz ist allerdings deutlich kleiner. Denn als Marktplatz behält Refurbed vor allem Provisionen ein. Laut einer Analyse von Finsur liegt die durchschnittliche Provision bei rund 10,5 Prozent. Von jedem Euro Warenwert bleiben also etwa zehn Cent bei Refurbed.
So hat sich der Refurbed Umsatz entwickelt
Die Zahlen beziehen sich auf die Refurbed Marketplace GmbH. Sie ist die wichtigste operative Gesellschaft der Gruppe und veröffentlicht als einzige einen vollständigen Jahresabschluss.
- 2023: 61 Millionen Euro Umsatz
- 2024: 72,3 Millionen Euro Umsatz (plus 19 Prozent)
- 2025: 93,3 Millionen Euro Umsatz (plus 29 Prozent)
Gleichzeitig sank der Verlust von 19,8 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 5,3 Millionen Euro im Jahr 2025. Nach eigenen Angaben ist Refurbed seit März 2025 profitabel.
Ein Blick auf das Jahr 2024
Finsur hat die Zahlen für 2024 genauer ausgewertet. Demnach schätzt der Analyst das GMV für 2024 auf 688 Millionen Euro, nach 577 Millionen Euro im Jahr davor. Der operative Verlust stieg leicht auf 19,4 Millionen Euro. Die Ausgaben für Marketing wuchsen um 13,4 Millionen Euro und brachten zusätzlich 11,7 Millionen Euro Umsatz. Vor der Rückkehr in die Gewinnzone baute Refurbed rund 20 Prozent der Belegschaft ab.
Nach Einschätzung von Finsur machen Smartphones den größten Teil der Verkäufe aus. Außerdem verkauft Refurbed unter anderem Laptops, Tablets, Kopfhörer, Smartwatches, Konsolen und Kameras. Die Produkte haben mindestens ein Jahr Garantie durch den Verkäufer.
Prognose für den Refurbed Umsatz: 120 bis 130 Millionen Euro
Trending Topics hat drei Szenarien für 2026 durchgerechnet. Wächst der Umsatz so stark wie 2024, kommt Refurbed auf rund 111 Millionen Euro. Bei einem Wachstum wie 2025 wären es etwa 120 Millionen Euro. Wächst der Umsatz so stark wie das GMV, wären rund 130 Millionen Euro drin. Am wahrscheinlichsten sind laut der Analyse 120 bis 130 Millionen Euro.
Entscheidend für den Refurbed Umsatz ist dabei vor allem das vierte Quartal mit Black Friday und Weihnachten. Denn es ist traditionell das stärkste Quartal. Im November 2025 setzte Refurbed nach eigenen Angaben Waren im Wert von rund 100 Millionen Euro um.
Risiken für den Refurbed Umsatz
Allerdings wuchs der Umsatz 2025 langsamer als das GMV. Der Anteil, den Refurbed vom Warenwert behält, ist also leicht gesunken. Rabatte oder Preisdruck könnten diesen Effekt verstärken.
Außerdem kostet die Expansion zunächst Geld. Refurbed ist von 11 auf 24 Märkte gewachsen, unter anderem nach Frankreich, Spanien und Großbritannien. Finanziert wurde das auch durch eine Finanzierungsrunde über 50 Millionen Euro im Herbst 2025. Mehr zur Expansion lesen Sie in unserem Beitrag über die Wachstumspläne von Refurbed.
Back Market bleibt deutlich größer
Der größte Konkurrent ist Back Market. Der französische Marktplatz erreichte 2025 ein GMV von über drei Milliarden Euro. Das ist damit rund das Dreifache von Refurbed. Mit 30 Prozent wuchs Back Market jedoch langsamer.
Refurbed wollte die Zahlen auf Anfrage von Trending Topics nicht kommentieren.
Quellen: Trending Topics, Finsur