Das Superior Court of Quebec hat dem Rückkauf des kanadischen Luxusmodehändlers Ssense durch die Gründerfamilie zugestimmt. Die Mitgründer Rami, Firas und Bassel Atallah wollen gemeinsam mit einem kanadischen Multi-Family-Office das Unternehmen übernehmen. Dies soll Ssense vor der Zerschlagung bewahren und eine strategische Neuausrichtung ermöglichen, wie Business of Fashion berichtet.
Insolvenz und Finanzierung
Ssense hatte im Herbst 2025 Gläubigerschutz beantragt und eine Zwischenfinanzierung von rund 40 Millionen kanadischen Dollar (etwa 27 Millionen Euro) erhalten. Trotz der Finanzierung bestehen weiterhin Verbindlichkeiten von über 200 Millionen kanadischen Dollar (rund 135 Millionen Euro) gegenüber Banken und Markenpartnern.
Widerstand gegen den Rückkauf
Eine Gläubigergruppe unter Führung der Bank of Montreal hatte versucht, die Übernahme zu verhindern und eine Liquidation zu erzwingen, um Forderungen schneller einzutreiben. Das Gericht entschied jedoch zugunsten des Sanierungsplans der Gründer.
Perspektiven für Ssense
Die Rückkehr der Gründerfamilie wird als positives Signal für den Onlinehandel im Luxussegment gewertet. Ssense galt als innovativer Akteur mit einem jüngeren, stilbewussten Publikum. Die juristische Zustimmung bietet eine realistische Chance auf einen erfolgreichen Turnaround, sofern die regulatorischen Auflagen erfüllt und die Finanzierung langfristig gesichert werden.