Barcode-Scanner: Kaspersky findet Sicherheitslücke in der Logistik

Kaspersky hat eine Schwachstelle in drahtlosen Barcode-Scannern entdeckt. Angreifer könnten so ins Lagersystem gelangen.
Barcode-Scanner Sicherheitslücke: Frau scannt Weinflasche mit Barcode-Scanner Barcode-Scanner Sicherheitslücke: Frau scannt Weinflasche mit Barcode-Scanner
Foto: Pexels

Kaspersky hat eine Sicherheitslücke in drahtlosen Barcode-Scannern entdeckt, wie sie in Lagern und in der Logistik eingesetzt werden. Betroffen sind laut Pressemitteilung vom 20. Oktober 2026 Geräte eines nicht namentlich genannten führenden Herstellers. Das gleiche Muster hat Kaspersky aber auch bei Geräten mehrerer anderer Hersteller beobachtet.

So funktioniert der Angriff

Die Barcode-Scanner Sicherheitslücke liegt in der Funkverbindung zwischen dem Handscanner und seiner Basisstation. Diese Verbindung ist nicht authentifiziert. Angreifer in Bluetooth-Reichweite könnten die Basisstation zum Beispiel durch passives Abhören finden. Danach könnten sie über die Verbindung Tastatureingaben einschleusen.

Der angeschlossene Computer hält diese Eingaben für normale Aktionen eines Nutzers. Je nach Konfiguration sind dadurch unerlaubte Befehle bis hin zum Ausführen von Schadcode denkbar. Die Mitarbeitenden müssen dafür nichts tun. Konkrete Gerätemodelle oder CVE-Nummern nennt Kaspersky nicht.

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Barcode-Scanner Sicherheitslücke als Einfallstor

Der Scanner dient dabei nur als Einstieg. Wie weit ein Angreifer kommt, hängt von den Rechten des Computers und seinen Verbindungen im Netzwerk ab. Besonders kritisch wäre es, wenn sich ein Angriff bis zum Lagerverwaltungssystem ausbreitet. Denn dort laufen Bestände, Kommissionierung, Warenbewegungen und Versand zusammen. Ähnliche Szenarien hält Kaspersky auch über mobile Datenterminals oder Thermodrucker für möglich.

Die Folgen könnten laut Retail-News verzögerte Lieferungen, ausgefallene Systeme, zusätzliche Kosten und belastete Geschäftsbeziehungen sein. Laut Kaspersky liegt der weltweite Umsatz im Onlinehandel bei mehr als sechs Billionen US-Dollar und hat sich seit 2019 fast verdoppelt.

„Wie unsere Analyse zeigt, kann dafür bereits ein einzelner Barcode-Scanner ausreichen“, sagt Sergey Sidorov, Head of Industrial Security Services bei Kaspersky. Unternehmen müssten den Schutz deshalb auf alle Geräte und Kommunikationswege ausweiten, „statt sich ausschließlich auf zentrale IT-Systeme zu konzentrieren“.

Barcode-Scanner Sicherheitslücke: Das empfiehlt Kaspersky

  • Neue Geräte vor der Anbindung ans Netz prüfen, auch welche Funkschnittstellen aktiv sind.
  • Nicht benötigte Bluetooth-Verbindungen abschalten und, wo Funk nötig ist, eine starke Authentifizierung nutzen.
  • Netzwerke segmentieren und Verbindungen zu kritischen Systemen auf das Nötigste beschränken.
  • Geräte, deren Firmware und Lagerverwaltungssysteme zeitnah aktualisieren.
  • Nutzerrechte auf das Nötigste begrenzen.
  • Regelmäßig Sicherheitsanalysen und realistische Angriffssimulationen durchführen, auch zu Bedrohungen von innen.
  • Schnittstellen zwischen IT und Betriebstechnik besonders im Blick behalten und überwachen.

Wie gefährlich Cyberangriffe für Händler sein können, zeigt auch unser Beitrag zum Cyberangriff auf TAKKT.

Quellen: Kaspersky, 20. Oktober 2026; Retail-News, 26. Oktober 2026

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