DoorDash will Instacart für 17 Milliarden Dollar übernehmen

DoorDash übernimmt Instacart für 65 US-Dollar je Aktie, rund 17 Milliarden US-Dollar. Zugleich meldet der Wolt- und Deliveroo-Mutterkonzern Rekordzahlen.
Foto: Wolt Foto: Wolt
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Der US-Lieferdienst DoorDash will die Lebensmittel-Plattform Instacart übernehmen. Wie DoorDash am 29. Oktober 2026 mitteilt, zahlt der Konzern 65 US-Dollar je Instacart-Aktie. Das entspricht einem Eigenkapitalwert von rund 17 Milliarden US-Dollar. Zu DoorDash gehören laut Retail-News auch Wolt und Deliveroo. Zeitgleich legte DoorDash Rekordzahlen für das dritte Quartal vor.

Die Bedingungen der DoorDash Instacart Übernahme

  • Instacart-Aktionäre können laut DoorDash wählen: 65 US-Dollar in bar, 0,3372 DoorDash-Aktien oder eine Mischung aus 48,75 US-Dollar und 0,0843 DoorDash-Aktien je Aktie.
  • Insgesamt sollen mindestens 75 % in bar und höchstens 25 % in DoorDash-Aktien fließen.
  • Der Preis liegt 26 % über dem Schlusskurs vom 22. Oktober 2026, dem letzten Handelstag vor Medienberichten über die Gespräche.
  • Den Baranteil will DoorDash aus vorhandenen Mitteln und über Fremdkapital finanzieren, unter anderem mit einem Überbrückungskredit von JPMorgan.
  • Der Verwaltungsrat von Instacart hat einstimmig zugestimmt. Aktionäre mit rund 19 % der Anteile haben ihre Zustimmung bereits zugesagt.

Der Abschluss wird laut DoorDash Ende 2027 oder im ersten Halbjahr 2028 erwartet. Nötig sind unter anderem die Zustimmung der Instacart-Aktionäre sowie Genehmigungen der Behörden in den USA, Kanada und Israel. Bis dahin arbeiten beide Unternehmen laut Retail-News unabhängig weiter. Die Marke Instacart soll auch nach der Übernahme erhalten bleiben.

Was DoorDash mit Instacart vorhat

DoorDash begründet den Kauf vor allem mit dem Lebensmittel-Liefergeschäft. Lieferung von Lebensmitteln stehe noch am Anfang, schreibt das Unternehmen. Kunden müssten noch einen Aufpreis für eine unvollkommene Lieferung zahlen. Mit eigenen Lagern (DashMarts) erreiche DoorDash nach eigenen Angaben eine Genauigkeit von über 99 % und liefere im Schnitt mehr als 10 Minuten schneller. Da Lagerhaltung ein Fixkostengeschäft sei, brauche es Größe, und genau die bringe Instacart mit.

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DoorDash sieht über mehrere Jahre einen Weg zu Synergien von 500 Millionen US-Dollar oder mehr pro Jahr, nach Abzug von Investitionen. Im ersten Jahr nach dem Abschluss will der Konzern allerdings mehr als die gesamten Synergien wieder investieren.

Laut Retail-News verbindet Instacart Verbraucher mit nahezu 100.000 Geschäften, DoorDash könnte mehr als 50.000 weitere Standorte beisteuern. Zudem sollen die Abo-Programme DashPass und Instacart+ zusammengeführt werden. Kunden könnten dadurch laut Unternehmensangaben insgesamt rund 100 Millionen US-Dollar Abogebühren pro Jahr sparen, wie Retail-News berichtet. Außerdem hat DoorDash laut Retail-News zugesichert, dass Lebensmittelhändler weiterhin mit konkurrierenden Lieferplattformen zusammenarbeiten dürfen.

DoorDash Quartalszahlen: Rekorde im dritten Quartal

  • Bestellungen: 993 Millionen, plus 28 % (ohne Deliveroo plus 17 %)
  • Marketplace GOV: 33,9 Milliarden US-Dollar, plus 36 %
  • Umsatz: 4,6 Milliarden US-Dollar, plus 34 %
  • Nettogewinn: 466 Millionen US-Dollar, plus 91 %
  • Bereinigtes EBITDA: 1,06 Milliarden US-Dollar, plus 41 %

Bei Deliveroo wuchs die Zahl der Bestellungen laut DoorDash im dritten Quartal doppelt so schnell wie im Vorjahresquartal vor der Übernahme. Für das vierte Quartal erwartet DoorDash ein Marketplace GOV von 35,4 bis 36,4 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 900 Millionen bis 1,1 Milliarden US-Dollar.

Kartellprüfung erwartet

Retail-News erwartet eine intensive wettbewerbsrechtliche Prüfung, da beide Unternehmen bedeutende Anbieter im US-Liefergeschäft sind. Ob daraus ein starker Wettbewerber zu Amazon und Walmart entsteht, hängt laut Retail-News von der Freigabe und der Integration ab.

Mehr zu den DoorDash-Töchtern in Europa: Wolt und Deliveroo bündeln Werbung: Commerce Media für fast 40 Märkte.

Quellen: DoorDash Investor Relations, 29.10.2026; Retail-News, 29.10.2026

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