Die EU-Kommission hat gegen Google eine Rekordstrafe von 2,95 Milliarden Euro verhängt. Hintergrund ist die wettbewerbswidrige Bevorzugung eigener Werbedienste wie AdX, gesteuert über DFP (DoubleClick for Publishers) und Kaufplattformen wie Google Ads oder DV360. Die Folgen: Wettbewerber, Werbetreibende und Publisher wurden benachteiligt – der Wettbewerb im digitalen Werbemarkt erheblich verfälscht.
Missbrauch der Plattformmacht im AdTech-Ökosystem
Konkret bekam Google in Auktionen über den eigenen DFP-Server Zugang zu Informationen über konkurrierende Gebote – mit Vorteil für AdX. Außerdem zogen die eigenen Kaufplattformen Google Ads und DV360 klare Trennlinien zu anderen Ad Exchanges – was andere Marktteilnehmer systematisch ausgrenzte und zu Gebührenerhöhungen führte.
Konsequenzen & mögliche Zusatzauswirkungen
- 60-Tage-Frist für Google: Das Unternehmen muss nun Abhilfemaßnahmen vorschlagen – bei Unzufriedenheit ist auch eine Entflechtung einzelner Geschäftseinheiten möglich.
- Weltweite Signale: Ähnliche Untersuchungen laufen bereits in Kanada, Großbritannien und im US-Justizsystem – die globale AdTech-Landschaft steht unter Druck.
- Politische Reaktionen: In den USA reagierte Präsident Trump verärgert – er beklagte eine Benachteiligung durch die EU und drohte mit Handelsmaßnahmen.
Fazit
Die 2,95 Mrd €-Strafe gegen Google markiert einen wichtigen Präzedenzfall gegen Plattformmacht im europäischen AdTech-Sektor. Es geht nicht nur um Strafe, sondern um strukturelle Korrekturen – mit Einfluss auf globale Werbergiganten. Händler:innen, Agenturen und Plattformbetreiber sollten diese Entwicklungen aus Datenschutz-, Wettbewerb– und Geschäftsmodellperspektiven genau beobachten.