Die Bundesnetzagentur hat der Deutschen Post DHL erneut mit empfindlichen Geldbußen gedroht, falls sich der Service des Logistikriesen nicht deutlich verbessert. Präsident Klaus Müller betonte, dass bei Nichteinhaltung der behördlichen Anordnungen Strafen von bis zu 10 Millionen Euro möglich seien.
Kritik an Servicequalität und Filialnetz
In den letzten Monaten stieg die Zahl der Beschwerden über verspätete oder beschädigte Pakete und Briefe deutlich an. Bis August 2025 wurden 38.760 Beschwerden registriert – ein Anstieg von über einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Der bisherige Negativrekord lag bei mehr als 44.400 Beschwerden im Jahr 2024.
Zusätzlich sorgt der Rückbau von Postfilialen für Kritik. Viele Filialen wurden geschlossen, da der Betrieb wirtschaftlich nicht rentabel ist. Stattdessen setzt DHL zunehmend auf Postautomaten, die seit Jahresbeginn gesetzlich als Filialersatz anerkannt werden können. Bis Ende September 2025 wurden 629 Anträge zur Anerkennung solcher Automaten gestellt, 72 genehmigt.
Anforderungen an Postautomaten
Die Bundesnetzagentur stellt strenge Anforderungen an die Genehmigung von Automaten als Filialersatz. Gemeinden müssen nachweisen, dass keine andere Lösung zur Errichtung einer Filiale möglich ist. Müller sieht in Automaten Vorteile, da sie rund um die Uhr verfügbar sind und Menschen, die tagsüber arbeiten, flexiblen Zugang bieten.
Ausblick und Forderungen
DHL hat eine Nachbesserung zugesagt, doch die Bundesnetzagentur behält sich vor, gesetzliche Maßnahmen durchzusetzen, falls sich der Service nicht verbessert. Die Behörde will die Versorgungspflicht sicherstellen und die Qualität der Post- und Paketdienste erhöhen.